Die Fahrerpaarungen für die Formel-1-Saison 2018

Formel-1-Piloten 2017 (Getty Images)

Während die Fahrerpaarungen der Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull für 2018 bereits feststehen, ist noch das eine oder andere Cockpit für die nächste Formel-1-Saison frei. Yahoo Sport Deutschland zeigt auf, wer noch Chancen auf dem Fahrermarkt hat und wer noch um ein Cockpit zittern muss.

Für die Formel-1-Saison 2018, die am 25. März in Melbourne, Australien startet, sind bisher 17 von 20 Cockpits fest vergeben. Neben den Top-Teams haben auch Force India, Renault, Haas, McLaren und Toro Rosso keinen Platz mehr frei.

Die Rennställe von Williams und Sauber suchen dagegen noch drei Piloten für die neue Formel-1-Saison.

Mercedes

Lewis Hamilton: Der Brite sitzt seit 2013 im Silberpfeil und wurde seitdem drei Mal Weltmeister (2014, 2015, 2017) sowie ein Mal Vize-Weltmeister (2016). Sein Vertrag bei Mercedes läuft noch bis Ende 2018.

Valtteri Bottas: Der Finne ersetzte 2017 Nico Rosberg, der nach seinem WM-Titel überraschend zurückgetreten war, und überzeugte bei Mercedes in seiner Premieren-Saison mit drei Siegen. Damit hat sich der WM-Dritte von 2018 auch für nächstes Jahr das Cockpit gesichert.

Ferrari

Sebastian Vettel: Der Heppenheimer sitzt seit 2015 bei der Scuderia fest im Sattel – fuhr aber die ersten zwei Jahre nur hinterher – ehe er diese Saison mit der Vize-Weltmeisterschaft einen ersten Teilerfolg einfuhr. Vettel kämpfte lange Zeit sogar um seinen fünften WM-Titel, musste aber letztlich Hamilton den Vortritt lassen. Seinen Vertrag verlängerte er schließlich vorzeitig bis 2020.

Kimi Räikkönen: Vettels Teamkollege wird auch 2018 der Iceman sein. Der finnische Weltmeister von 2007 ist zwar nicht mehr ganz so stark, wie zu seinen Hochzeiten, ist aber ein sicherer Punktelieferant für Ferrari und unterstützt Vettel loyal im WM-Kampf gegen Mercedes und Co. Räikkönens Vertrag wurde deshalb auch bis 2018 verlängert.

Red Bull

Daniel Ricciardo: Der Australier wollte 2017 angreifen und um den WM-Titel fahren, doch sein Red Bull machte ihm gerade zum Ende hin zu schaffen. Mit sechs Ausfällen war nicht mehr als WM-Platz vier drin. Ein Sieg, ein zweiter Platz und sieben dritte Plätze beweisen aber, dass mit Ricciardo 2018 zu rechnen ist.

Max Verstappen: Der 20-Jährige ist zurzeit unbestritten das größte Formel-1-Talent. Allerdings wurde der Niederländer gerade am Anfang der Saison vom Pech verfolgt: Sieben Ausfälle sind einfach zu viel. Nach zwei Siegen in Sepang und Mexiko verwarf Verstappen aber alle Wechselgerüchte und verlängerte beim Brausehersteller bis 2020.

Force India

Sergio Perez: Der Mexikaner und sein Teamkollege Ocon lieferte sich in dieser Saison einige harte Duelle, wonach es auf und neben der Strecke öfter auch mal lauter wurde. Nichtsdestotrotz geht Perez in seine fünfte Saison bei Force India. Ab 2019 ist der 27-Jährige dann vertragslos.

Esteban Ocon: Der Mercedes-Junior wurde hinter den sechs Top-Piloten und Teamkollege Perez starker WM-Achter. Und das, obwohl der Franzose 2016 erst ein halbes Jahr für Manor fuhr und 2017 dann seine erste komplette Saison hinter sich gebracht hat. Wie viel Potential im 21-Jährigen steckt, beweist diese Statistik: Vom Debüt an beendete er 27 Grand Prix in Folge, ehe ihn Grosjean von der Piste abschoss. Ocons Vertrag läuft Ende 2018 aus.

Renault

Nico Hülkenberg: Der Emmericher hält wohl einen der traurigsten Rekorde in der Formel 1: Seit 135 Rennen wartet der 30-Jährige immer noch auf sein erstes Podium. Mit seinem 10. WM-Platz 2017 empfahl er sich aber für eine weitere Saison bei Renault.

Carlos Sainz Jr.: Der Sohn von Rallye-Legende Carlos Sainz wurde vor seinem deutschen Teamkollegen WM-Neunter. Bis zum USA-GP 2017 fuhr der Spanier noch für Toro Rosso, die dann aber den Motorenvertrag mit Renault nicht mehr verlängern wollten. Als Kompensation bekam das französische Weltmeister-Team von 2005 und 2006 Carlos Sainz Jr., der Jolyon Palmer als neuen Fahrer ersetzte. Nächstes Jahr geht der 23-Jährige also in seine erste komplette Saison bei Renault.

Haas

Romain Grosjean: Der Franzose fährt seit 2009 in der Formel 1 und wurde vor allem aufgrund seiner Erfahrung 2016 vom neugegründeten US-Rennstall Haas verpflichtet. 2018 wird der 31-Jährige, der bisher 10 Mal aufs Podium gefahren ist, wieder hinterm Lenkrad der Amerikaner sitzen.

Kevin Magnussen: Team-Besitzer Gene Haas setzt auf Kontinuität und gab auch dem 25-jährigen Dänen genauso wie Grosjean einen Vertrag für 2018. Beste Platzierung bisher ist ein zweiter Platz im McLaren-Mercedes in Australien 2014.

McLaren

Stoffel Vandoorne: McLaren sieht irgendwas im 25-Jährigen. Während der Belgier in seiner ersten kompletten Saison 2017 nun dreimal in die Punkte fuhr, setzte er 2016 in seinem ersten F1-Rennen ein dickes Ausrufezeichen: Als Ersatzfahrer für Alonso fuhr Vandoorne in Bahrain gleich in die Punkte. Das gelang zuvor nur Vettel bei seinem Debüt 2007 in den USA. Vielleicht darf er deshalb auch 2018 für McLaren fahren.

Fernando Alonso: Die nächsten drei Jahre wird McLaren mit Renault-Motoren unterwegs sein, nachdem die Partnerschaft mit Honda aufgekündigt wurde. Das ist auch mit ein Grund, dass Alonso doch bei McLaren bleibt. Denn mit Renault gewann der 36-Jährige 2005 und 2006 seine beiden WM-Titel. Eine schöne Gage sollte für den Spanier aber auch drin sein.

Landon Norris: Des Weiteren hat der britische Rennstall eines der größten Motosport-Talente unter Vertrag: Der 17-jährige Norris ist 2018 Test- und Ersatzfahrer bei McLaren.

Williams

Lance Stroll: Der Kanadier ist nach einer schweren Anfangszeit in der Formel 1 angekommen und hat mit einem unerwarteten Podiumsplatz in Baku für Aufsehen gesorgt. In seiner Debüt-Saison sammelte der 19-Jährige ordentliche 40 Punkte und wurde mit drei Zählern weniger als sein Teamkollege Massa WM-Zwölfter. Sein Cockpit 2018 wird Stroll aber auch wegen seines dicken Geldbeutels bekommen, sodass die Vertragsverlängerung reine Formsache sein sollte.

Felipe Massa: 2016 wollte der Brasilianer eigentlich schon seine Karriere beenden, doch da Bottas bei Mercedes Rosberg ersetzte, wurde der 36-Jährige zu einer weiteren Saison bei Williams überredet. 2017 wurde er schließlich WM-Elfter. Jetzt ist aber endgültig Schluss. Der Vize-Weltmeister von 2008 verabschiedet sich in die verdiente Rente. Wer das zweite Cockpit bei Williams bekommt ist noch offen?

Vier Kandidaten machen sich aber berechtigte Hoffnungen: Paul di Resta, Robert Kubica, der von Rosberg als Manager vertreten wird, und Jolyon Palmer. Nach dem Rauswurf von Daniil Kvyat bei Toro Rosso hat Williams nun auch den Russen auf dem Schirm, der zudem Sponsoren mitbringen könnte.

Toro Rosso

Carlos Sainz Jr. fährt seit dem USA-GP 2017 nicht mehr für Toro Rosso, sondern für Renault (siehe oben).

Daniil Kvyat konnte 2017 gar nicht überzeugen und wurde durch den 21-jährigen Pierre Gasly ersetzt. Als dann aber Sainz vorzeitig zu Renault ging, bekam der Russe noch eine zweite Chance. Die konnte der 23-Jährige Kvyat aber auch nicht nutzen und wurde durch den 28-jährigen Brendon Hartley ersetzt.

Damit heißt die Fahrerpaarung von Toro Rosso 2018: Hartley (Neuseeland) / Gasly (Frankreich).

Sauber

Pascal Wehrlein: Vier WM-Punkte des 23-Jährigen waren Sauber wohl zu wenig. Der Deutsche wird 2018 wohl kein Cockpit bekommen, da er erstens von Mercedes vertreten wird und zweitens Motoren-Lieferant Ferrari gerne einen ihrer Entwicklungsfahrer im schweizerischen Rennstall sehen möchte: Charles Leclerc und Antonio Giovinazzi, die beide schon 2017 ein paar Runden für Sauber drehen durften, haben die besten Aussichten auf einen Platz.

Marcus Ericsson: Das zweite Cockpit wird aller Voraussicht nach der 27-Jährige bekommen, da er dank seines schwedischen Sponsors Geld in die klammen Kassen von Sauber spülen wird. Außer etwas Ungewöhnliches passiert noch. Aber in der Formel 1 weiß man nie…

Welche Fahrer suchen noch ein Cockpit für 2018?

Neben den oben genannten di Resta, Kubica, Palmer, Kvyat, Wehrlein, Leclerc, Giovinazzi und Ericsson haben folgende Fahrer Außenseiterchancen auf ein Cockpit in der kommenden Formel-1-Saison: Jenson Button (England), Esteban Gutierrez (Mexiko), Jean-Eric Vergne (Frankreich) und Nelson Piquet Jr. (Brasilien).