Die Bayern-Granate ist da: James oder nix!

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

James Rodriguez hat seine Arbeit beim FC Bayern München mit einem sympathischen öffentlichen Auftritt begonnen. Der Kolumbianer erhöht den Druck auf die Konkurrenz im Team, nimmt sich aber selbst am meisten in die Pflicht. Yahoo Sport hat die neue Bayern-Granate an seinem ersten Tag in München begleitet. 

James Rodriguez bei seinem ersten Auftritt in der Münchner Allianz Arena (Bild: getty)

Karl-Heinz Rummenigge hat mit Social Media nicht viel am Hut. Facebook, Twitter, Instagram – einen Kalle-Account sucht man vergeblich. Wenn es um das weltweite Image seines FC Bayern München geht, taucht aber selbst der Chef in die Welt der sozialen Netzwerke ein, auch wenn die Fachbegriffe nicht so recht sitzen.

“Unser Mediendirektor Stefan Mennerich hat mir mitgeteilt, dass wir unmittelbar nach der Verpflichtung von James Rodriguez einen Zuwachs im sechsstelligen Bereich an Likes oder Likern, oder wie das heißt, bekommen”, sagte der Vorstandsboss während der Vorstellung des Neuzugangs von Real Madrid am Mittwochnachmittag in der Münchner Allianz Arena.

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James: “Ich bin ein Winner-Typ”

Wann immer der FC Bayern einen neuen Star präsentiert, wird von den vergleichsweise mickrigen Pressräumen an der Säbener Straße in die noble Arena umgezogen. Große Bühne für große Spieler. Dass die Bayern nur wenige Stunden zuvor den Mietvertrag mit 1860 München auflösten und nun alleiniger Herrscher in München-Fröttmaning sind, war ein netter Nebeneffekt an diesem Tag.

Die Löwen sind raus, die Likes (oder Liker) wachsen und endlich ist auch die Granate da – die Bayern sollten sich den 12. Juli 2017 einrahmen. Zumal der Neue eine gute Figur machte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in München. James Rodriguez hat klare Vorstellungen bei seinem neuen Arbeitgeber und ist bereit, dafür auch ordentlich zu investieren.

“Ich bin ein Winner-Typ, genauso wie der Verein, und deshalb möchte ich hier Geschichte schreiben. So groß wie Bayern München ist, sind auch meine Lust und Freude”, sagte der Kolumbianer, der am Mittwoch 26 Jahre alt wurde. “Der Wechsel zu Bayern ist wie ein neues Leben für mich. Ich will Titel gewinnen und regelmäßig spielen. Dafür werde ich mich enorm ins Zeug legen.”

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Wechsel zu Bayern kein Rückschritt

Als kleiner Junge habe er viele Spiele des FC Bayern gesehen; der Klub hat in James’ Heimat Kolumbien viele Bewunderer. Real Madrid, die Übermannschaft in Europa in den letzten Jahren, zu verlassen, sei für James kein Rückschritt – im Gegenteil.

“Der FC Bayern gehört zu den drei größten Vereinen der Welt. Der Wechsel stellt für mich eine neue Herausforderung dar, ich gehe einen neuen Weg und möchte mich als Spieler und als Mensch in einer neuen Kultur weiterentwickeln”, sagte James.

Mit Carlo Ancelotti hat der Offensivmann, der sich auf der Zehnerposition und auf den Flügeln nach eigener Aussage gleichermaßen wohlfühlt, in der Saison 2014/15 erfolgreich zusammengearbeitet. Ancelotti hatte sich seinerzeit bei Real Madrid für den Transfer des Kolumbianer stark gemacht und dafür Angel di Maria geopfert.

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Ancelotti lässt James’ Position offen

Auch nach seinem Ende in Madrid 2015 hat Ancelotti James nicht aus den Augen verloren. Das Vorhaben, ihn nach München zu holen, reifte schon einige Zeit. “Wir sind nicht erst seit gestern an dem Spieler dran. Der Trainer hat uns schon vor Monaten mitgeteilt, dass er ihn gerne hätte”, verriet Rummenigge.

Ein bisschen erinnert die Vater-Sohn-Beziehung Ancelotti/James an die von Pep Guardiola und Thiago Alcantara. “Thiago oder nix”, lautete Guardiolas Forderung an die Bayern-Bosse im August 2013. Der Trainer bekam damals seinen Wunschspieler, wie jetzt auch Ancelotti.

“Ich bin sehr zufrieden, dass James hier ist. Seine Qualität wird uns wirklich verbessern und sehr schnell zu sehen sein. Er wird dem FC Bayern sehr gut zu Gesicht stehen”, sagte der Italiener, ohne zu verraten, auf welcher Position er James vorwiegend einsetzen will. “Wir werden sehen, wo er spielt. Wir haben genügend Zeit, darüber nachzudenken. Er wird auf der Position spielen, auf der er sich am wohlsten fühlt”, so Ancelotti.

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James wird den FC Bayern auf die am Sonntag beginnende Asien-Reise begleiten. Bereits am Samstag könnte er sein Debüt beim Telekom Cup gegen die TSG Hoffenheim geben.

Auch wenn James noch keine Sekunde für die Münchner gespielt hat, ist seine Fan-Gemeinde um ein paar (weibliche) Anhänger bereits gestiegen. “Was ich schon von meiner Frau und meinen Töchtern gehört habe: Er sieht gut aus”, sagte Rummenigge. Im Gegensatz zum Bayern-Boss ist James fleißig auf Social Media unterwegs. Die ersten Münchner Likes kommen aus dem Hause Rummenigge.