Die Angst vor dem Online-Banking – 7 Punkte, die Sie überzeugen, es dennoch zu tun

Stefanie Kühn
Finanzexpertin Yahoo Finanzen
Mobile-TAN-Verfahren beim Online-Banking (Bild: dpa)

Hackerangriffe, leergeräumte Konten oder Datenklau – es gibt viele erschreckende Nachrichten, die auch Hartgesottene zweifeln lassen, ob Online-Banking in diesen Zeiten nicht zu gefährlich ist. Menschen, die im Internet sicher unterwegs sind, verzichten oft trotzdem auf die Möglichkeit des Online-Bankings oder nutzen maximal die Online-Funktion der Hausbank.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Sie gerade heute nicht darauf verzichten können. Nicht weil es bequem ist – und das ist es zweifellos – sondern weil Sie ohne Online-Banking an guten Angeboten gar nicht teilhaben können. Sie sind den Hausbanken dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Lesen Sie auch: Wie sicher ist ein Depot, wenn die Bank pleite geht?

Aber ich verstehe jeden, der zweifelt und habe für Sie sieben Punkte zusammengestellt, die Ihre Sicherheit erhöhen und Ihre Konditionen verbessern. Das motiviert Sie vielleicht, einen neuen Anlauf zu nehmen.

  1. Firewall und Virenschutz gehören inzwischen zwar zur Standardausrüstung, ich möchte es aber doch noch einmal betonen, wie wichtig beides ist. Es gibt gute kostenfreie Angebote.
  2. Online-Banking sollte nur vom heimischen PC erfolgen. In Internetcafés oder ungeschützten WLAN-Bereichen setzen Sie sich unnötigen Risiken aus. Ich persönlich verzichte auf jegliches Banking vom Smartphone aus, um die Angriffsfläche so gering wie möglich zu halten.
  3. Verwahren Sie Log-in-Daten und Passwörter getrennt. Eine gute Übersicht erleichtert Ihnen den Aufwand, wenn Sie mehrere Banken besitzen.
  4. Wenn Sie als TAN-Verfahren das beliebte M-TAN-Verfahren (Mobile Tan) verwenden, könnten Sie die Sicherheit weiter erhöhen, wenn Sie kein Smartphone nutzen. Viele von Ihnen haben sicherlich ein altes Handy in der Schublade liegen. Eine Prepaid-Karte kostet nicht viel Geld und hält ewig. Und schon haben Sie einen sehr sicheren TAN-Empfänger.
  5. Mit Direktbanken können Sie Ihre Bank-Kosten gering halten. In Zeiten, in denen bei einigen Banken nun schon eine Gebühr für das Abheben von Bargeld verlangt wird und die Kosten vermutlich an allen Ecken und Enden zunehmen werden, wird es für Ihre Rendite enorm wichtig sein, dass die Kosten so gering wie möglich sind. Depots, Tages- und Festgeldkonten kosten bei den gängigen Direktbanken überhaupt nichts. Sie sparen so hunderte von Euro im Vergleich zu einer Hausbank.
  6. Sparpläne für Fonds und ETFs (Indexfonds) bieten Ihnen in der Regel nur Direktbanken kostenfrei oder mit stark reduzierten Gebühren an. Auch der Einmalkauf geht über eine Direktbank viel günstiger.
  7. Viele Hausbanken verweigern offenbar zum Beispiel den ETF-Verkauf komplett! So fühlen sich Anleger dann unter Druck gesetzt ein – teures – Hausbankprodukt zu kaufen. In der letzten Zeit häufen sich bei mir die Berichte von Mandanten, die erzählen, dass der Banker gar vor ETFs gewarnt und behauptet hat, dass diese gar nicht so günstig seien.

Viel Erfolg beim Online-Banking

Ihre
Stefanie Kühn

Weitere Tipps für mehr Sicherheit beim Online-Banking gibt es hier im Video: