Diakonie: Auch pflegende Angehörige bevorzugt gegen Coronavirus impfen

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Impfvorbereitung in England

Die Diakonie Deutschland fordert, auch pflegenden Angehörigen Vorrang bei den Impfungen gegen das Coronavirus zu geben. 70 Prozent der zu pflegenden Menschen würden von Angehörigen zu Hause versorgt, sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie der "Augsburger Allgemeinen" (Montagsausgabe). Diese Gruppe müsse nun "ganz schnell in den Fokus der Debatte" um die Abfolge der Impfungen rücken.

Die pflegenden Angehörigen bildeten ein "riesengroßes" Netzwerk, das jeden Tag "für die Versorgung der größten Gruppe der Pflegebedürftigen unbemerkt vom Rampenlicht Sorge trägt", betonte der Präsident des Wohlfahrtsverbands der evangelischen Kirchen.

Die Impfungen gegen das neuartige Coronavirus sollen direkt nach Weihnachten in Deutschland beginnen. An diesem Montag will die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) über die Zulassung des Vakzins der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer entscheiden. Es wird mit einem positiven Entscheid gerechnet. Danach entscheidet die EU-Kommission zusammen mit den Mitgliedstaaten über die Marktzulassung.

Der Impfplan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht vor, dass in der ersten Phase Menschen ab 80 Jahren sowie Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen an der Reihe sind. Die Gruppe der pflegenden Angehörigen kommt in den von Spahn genannten ersten Stufen der Impfkampagne nicht ausdrücklich vor.

dja/isd