DHB-Sportdirektor Kromer will Prokop halten

DHB-Sportdirektor Kromer will Prokop halten

Sportdirektor Axel Kromer vom Deutschen Handballbund (DHB) will weiterhin mit dem angeschlagenen Bundestrainer Christian Prokop zusammenarbeiten. "Wir möchten mit ihm weitermachen und hoffen, dass die Analyse kein anderes Ergebnis bringt", sagte der 41-Jährige dem "Schwäbischen Tagblatt". DHB-Vizepräsident Bob Hanning hatte nach dem Aus der Nationalmannschaft in der EM-Hauptrunde in Kroatien eine vier bis sechsmonatige Bestandsaufnahme angekündigt, an deren Ende über Prokops Zukunft entschieden werden soll.
"Die Analyse befindet sich noch auf einem Schmierblatt, das natürlich niemand öffentlich abgibt", sagte Kromer. Nach der EM war viel von internen Unstimmigkeiten berichtet worden. Dass Prokop Abwehrchef Finn Lemke zunächst nicht für die Titelkämpfe nominiert hatte, war dem Coach ebenso angelastet worden wie einige taktische Entscheidungen. Die Gerüchte um das angeblich abgebrochene Training vor dem entscheidenden Spiel um den Einzug ins EM-Halbfinale gegen Spanien dementierte Kromer: "Ich war dabei, das ist zu hundert Prozent falsch."
Dass vor allem aus der Handball Bundesliga (HBL) viel öffentliche Kritik an Prokop geäußert wurde, versteht Kromer indessen nicht. "Alle haben die Nummer vom Bundestrainer oder von mir und können sich direkt melden, anstatt den Weg über die Öffentlichkeit zu suchen", sagte Kromer. Besonders Geschäftsführer Axel Geerken und Trainer Michael Roth von der MT Melsungen kritisierten den Bundestrainer scharf. Geerken hatte Prokop im Interview mit dem Fachmagazin Handballwoche als "überfordert" und "verbrannt" bezeichnet.