DGB: Solidarität verhindert das Schlimmste in der Corona-Krise

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HAMBURG (dpa-AFX) - In der Corona-Pandemie ist es nach Überzeugung des DGB-Bundesvorsitzenden Reiner Hoffmann mit solidarischem Handeln gelungen, das Schlimmste zu verhindern. Allerdings seien die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise enorm, sagte Hoffmann nach einer Mitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) bei der zentralen Kundgebung zum Tag der Arbeit am Samstag in Hamburg. Die Gewerkschaften stellten den 1. Mai in diesem Jahr unter die Überschrift "Solidarität ist Zukunft". Wegen der Pandemie konnten nur 200 Menschen an der zentralen Veranstaltung auf dem Hamburger Fischmarkt teilnehmen.

Die Gewerkschaften hätten sich erfolgreich für mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz eingesetzt und dafür gesorgt, dass verbindliche Regeln fürs Homeoffice gelten, teilte Hoffmann mit. Auch die Unterstützung für Familien sei verbessert und das Kurzarbeitergeld auf Druck der Gewerkschaften verlängert und erhöht worden. "In den vergangenen Monaten haben Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte dafür gekämpft, dass soziale Härten abgefedert und viele Jobs gesichert wurden."

In Berlin forderten Gewerkschafter, Konsequenzen aus der Corona-Pandemie zu ziehen. "Die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern müssen gerade in der Pandemie vertreten werden", sagte der Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, auf einer Kundgebung am Brandenburger Tor. Hoßbach forderte, Arbeits- und Gesundheitsschutz müssten deutlich aufgestockt werden. Wichtig seien auch schnelle Entscheidungen zur Sicherung der beruflichen Ausbildung. "Es darf keine Generation Corona auf dem Arbeitsmarkt geben", sagte der DGB-Bezirksvorsitzende.

Der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie und Energie (IGCE), Michael Vassiliadis, warnte in Berlin vor einer sozialen Spaltung: "Corona trifft die Schwächsten der Gesellschaft am härtesten", sagte er. Betroffen seien Kinder aus einkommensschwachen Familien, Mütter mit Doppelbelastung aus Homeoffice und Homeschooling, Beschäftigte in prekären Arbeitsverhältnissen, Arbeitnehmer in Branchen und Betrieben ohne Tarifbindung. Nachdem die Einkommen Superreicher in der Krise deutlich gewachsen seien, müssten große Vermögen, Erbschaften und Unternehmen angemessen an der Finanzierung der Gemeinschaftsaufgaben beteiligt werden.