DGB dringt auf höhere Steuern für Reiche

Anteil der Umweltsteuern an allen Steuereinnahmen gesunken

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) dringt auf eine steuerliche Mehrbelastung für Bezieher sehr hoher Einkommen. Dies solle für Jahreseinkommen ab etwa 80.000 Euro gelten. "Wer darüber liegt, muss mehr zahlen" sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag. Alle übrigen Steuerzahler sollten dagegen entlastet werden, forderte er weiter: "Das betrifft 95 Prozent aller Einkommensteuerzahler."

Besonders drängte Hoffmann auf Erleichterungen für Familien sowie für Berufspendler. Konkret forderte er ein höheres Kindergeld für alle Kinder. Es müsse Schluss damit sein, "dass Spitzenverdiener für ihr erstes Kind um über 300 Euro im Monat entlastet werden, während die breite Masse gerade mal 190 Euro erhält". Der DGB-Chef bezog sich darauf, dass Gutverdiener durch den Kinderfreibetrag einen deutlich höheren Steuervorteil erhalten als Geringverdiener über das Kindergeld.

Zur Entlastung von Pendlern forderte Hoffmann eine Anhebung der Entfernungspauschale, die aber gerecht gestaltet werden müsse. "Gerecht heißt hier, dass alle Arbeitnehmer, auch Geringverdiener, sie geltend machen können", sagte der DGB-Chef. Dies sei "überfällig angesichts von immer mehr Berufspendlern, die immer weitere Strecken zurücklegen".