DGB-Chef wirbt für Zollsenkungen der EU

DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, hat sich im Handelsstreit mit den USA für ein Entgegenkommen der EU ausgesprochen. Die Zölle im transatlantischen Handel insgesamt seien schon sehr niedrig, aber je nach Branche noch sehr unterschiedlich, sagte Hoffmann dem "Handelsblatt" vom Mittwoch. "Ich bin dafür, dass da, wo Europa noch wesentlich höhere Zölle hat, diese angeglichen werden." Das gelte vor allem für den Automobilsektor.

Handelsverträge sollten möglichst im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) abgeschlossen werden, forderte der DFB-Chef. Multilaterale Abkommen seien bilateralen immer vorzuziehen.

Einen neuen Anlauf beim transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP hält Hoffmann hingegen für aussichtslos. Dieser ergebe "keinen Sinn, solange wir nicht auch zu einer Angleichung der Standards bei Arbeit und Sozialem kommen, um Dumping-Abwärtsspiralen zu verhindern", sagte der DGB-Chef. "Genau das will Trump aber nicht."

Auch Europa müsse aber zu einer faireren Handelspolitik kommen, die Arbeitnehmerrechte schütze, forderte der DGB-Chef. "Wenn wir nicht endlich anfangen, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, wird das immer in Protektionismus münden", warnte er. "Und dann gibt es nur Verlierer."