DGB-Chef warnt vor einer Jamaika-Koalition für Besserverdienende

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - DGB-Chef Reiner Hoffmann hat Union, FDP und Grüne davor gewarnt, bei Verhandlungen über eine Regierungskoalition die sozial Schwachen aus dem Blick zu verlieren. "Ich hoffe nicht, dass eine Koalition für Besserverdienende entsteht", sagte Hoffmann dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag). "Das wäre die grundfalsche Antwort auf die Herausforderungen, mit denen wir gerade zu kämpfen haben."

Wenn man wirksame Antworten auf die Rechtspopulisten geben wolle, müsse man "zeigen, dass die soziale Marktwirtschaft funktioniert", sagte der Gewerkschaftsfunktionär. "Da ist Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt und in den Sozialsystemen oberstes Gebot."

Die neue Regierung müsse die Tarifbindung in Deutschland stärken, den Niedriglohnsektor "trockenlegen", Frauen aus der Teilzeitfalle befreien und die Renten stabilisieren.

Der FDP warf Hoffmann vor, die sozialen Sicherungssysteme immer weiter privatisieren zu wollen. "Das heißt, dass Pflegeleistungen an der Börse gehandelt werden." Mit hilfsbedürftigen Menschen möglichst viel Rendite machen zu wollen, vertrage sich aber nicht mit den Ansprüchen an eine soziale Marktwirtschaft.