DGB beobachtet Mobilisierung durch rechte Gruppierungen vor Betriebsratswahlen

Der DGB beobachtet vor den Betriebsratswahlen eine zunehmende Mobilisierung durch die AfD und andere rechte Gruppierungen in den Betrieben. Es gehe ihnen nicht um Interessenvertretung, sondern um die Spaltung der Belegschaft, so DGB-Chef Hoffmann

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) beobachtet vor den im Frühjahr anstehenden Betriebsratswahlen eine zunehmende Mobilisierung durch die AfD und andere rechte Gruppierungen in den Betrieben. Es gehe ihnen nicht darum, die Interessen der Beschäftigten zu vertreten, sondern sie wollten die Belegschaften spalten, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagsausgaben). "Wir beobachten die Entwicklung sehr genau."

"Dass einige Ideologen mit törichten Parolen die Betriebsratswahlen für sich instrumentalisieren, ist nicht weiter überraschend", sagte Hoffmann. Es gehe bislang aber nur um ein Randphänomen. Die Betriebsräte der DGB-Gewerkschaften seien dem gewachsen. "Die anderen haben nichts im Rücken. Ihre Initiativen werden wie Seifenblasen zerplatzen - wegen Unfähigkeit", sagte er.

Von Mitte Februar bis Mai werden 180.000 Betriebsräte in Deutschland neu gewählt. Dem Bericht zufolge werben auch Initiativen um Stimmen, die personell und inhaltlich eng mit der AfD und anderen rechten Gruppierungen verbunden sind. "Die rechten Dünnbrettbohrer am Rande wissen nicht, was eine richtige Gewerkschaft ist und wollen auch keine Interessenvertretung der Beschäftigten, sondern Belegschaften spalten", sagte Hoffmann.

Ihm zufolge sind derzeit 75 bis 80 Prozent der gewählten Betriebsräte in einer DGB-Gewerkschaft organisiert. "Wir können sehr selbstbewusst sein", sagte der Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbands. Die Beschäftigten wüssten genau, was die Betriebsräte leisteten. "Sie sorgen für vernünftige Arbeitszeiten, Schichtpläne und die Einhaltung von Tarifverträgen", so Hoffmann. Bei Arbeitnehmern in Unternehmen mit Tarifverträgen und Betriebsrat sei die Zustimmung zur AfD deutlich geringer als anderswo.