Fans setzen Bundesliga-Bosse unter Druck

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Den Fanvertretern gehen die DFL-Reformen nicht schnell genug voran (Bild: REUTERS/Wolfgang Rattay)
Den Fanvertretern gehen die DFL-Reformen nicht schnell genug voran (Bild: REUTERS/Wolfgang Rattay)

Die an der "Taskforce Zukunft Profifußball" beteiligten Fanvertreter haben die Deutsche Fußball Liga (DFL) zur schnelleren Umsetzung der angekündigten Reformen aufgefordert.

Genau 100 Tage nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der Taskforce riefen die Sprecher des Fan-Netzwerks "Zukunft Profifußball" die DFL in einem Offenen Brief dazu auf, "endlich" damit zu "beginnen, ernsthafte Schritte hin zu einem nachhaltigen, zeitgemäßen und basisnahen Fußball zu gehen".

Kritik gab es etwa an mangelnder Kommunikation seitens der DFL zum Umsetzungsstand. "Leider liegen uns bis auf die Pressemitteilungen von der DFL-Präsidiumssitzung am 10. Februar und der DFL-Mitgliederversammlung am 4. März keine weiteren Informationen zur Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen vor", hieß es in dem Brief: "Dadurch entsteht der Eindruck, dass kein nachhaltiges Interesse an einer schnellen Umsetzung und Bearbeitung der grundlegenden Zukunftsthemen des deutschen Profifußballs besteht."

Der Anfang Februar präsentierte Ergebnisbericht der 37-köpfigen Taskforce beinhaltet 17 Handlungsempfehlungen und eine Zielsetzung für das Jahr 2030 mit Blick auf die Entwicklung in den Bereichen Sport, gesellschaftliche Verankerung sowie nachhaltiges Wirtschaften.

DFL stellt Prioriäten-Liste auf

Die DFL hatte Anfang März mitgeteilt, zunächst vier Schritte in den kommenden Monaten priorisiert anzugehen. Die DFL betonte, dass dies die Relevanz der anderen Handlungsempfehlungen nicht schmälere, Maßnahmen angesichts ihrer Komplexität aber nur schrittweise umgesetzt werden könnten.

Die Fanvertreter forderten hingegen, "Transparenz bezüglich der Arbeitsprozesse zur Umsetzung der von der Taskforce empfohlen Maßnahmen herzustellen", denn es brauche "dringender denn je ernstgemeinten Reformwillen im deutschen Profifußball". Im Zuge dessen kritisierten die Vertreter auch, dass sich die DFL nicht deutlich gegen die Reform der Champions League ab 2024 positioniert habe. 

"Die vergangenen Wochen rund um die Gründung der Super League und die Annahme der Champions League Reform lassen den Profifußball in einem immer schlechteren Licht erscheinen - auch wenn die DFL dabei nur mittelbar beteiligt war", schrieben sie: "Für uns ist es dennoch nur schwer verständlich, dass die DFL sich hier nicht im Sinne eines nachhaltigen, stabilen und bodenständigen Fußballs lautstark zu Wort gemeldet hat."

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