DFL-Präsident Reinhard Rauball über Özil-Attacke: "Lässt keinerlei Selbstkritik erkennen"

Der DFL-Boss kann mit Mesut Özils Rassismusvorwurf wenig anfagen. Außerdem fordert er Reformen beim DFB.

DFL-Präsident Reinhard Rauball hat die Kritik des zurückgetretenen Nationalspielers Mesut Özil am Deutschen Fußball-Bund (DFB) um Präsident Reinhard Grindel in scharfer Form verurteilt. "Es ist in keiner Weise hinnehmbar, wenn der DFB und seine Spitze pauschal in Zusammenhang mit Rassismus gerückt werden. Diese Unterstellungen gilt es mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen", sagte Rauball in einer Stellungnahme.

Der deutsche Fußball habe "mit unzähligen Aktionen bewiesen, dass er sich für Integration, ein faires Miteinander und ein weltoffenes Land engagiert". Rauball räumte ein, dass in den vergangenen Wochen "offensichtlich von allen Seiten Fehler gemacht worden" seien: "Die Abrechnung von Mesut Özil schießt aber über jedes nachvollziehbare Maß hinaus und lässt keinerlei Selbstkritik erkennen."

Das Thema sei "zu komplex für einfache Antworten", ergänzte der Präsident von Borussia Dortmund: "Erst recht, wenn unterschiedliche Dimensionen auf das Engste miteinander verwoben sind: von persönlichen Gefühlen und Glaubensfragen über sportliche Leistungen bis zur nationalen und internationalen Politik." Unabhängig von der Art und Weise des Rücktritts sei Özil "für seinen Einsatz in 92 Länderspielen zu danken", fügte er an.