Dieses Szenario sieht die Bundesliga als "Worst Case"

Patrick Berger

Fußball, wie fehlst du uns!

Eigentlich hätten an diesem Wochenende Bundesliga-Leckerbissen wie das Berliner Stadtderby zwischen Hertha und Union, das Rhein-Derby zwischen Köln und Düsseldorf oder die DFB-Pokal-Neuauflage von 2018 - Bayern gegen Frankfurt - stattfinden sollen.

Am vergangenen Montag beschlossen die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und die 36 Profi-Klubs allerdings die Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 2. April.

Liga-Boss Christian Seifert damals: "Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir nicht davon ausgehen, ab dem 3. April wieder zu spielen. Es ist viel zu früh, um darüber zu spekulieren, wann wir wieder spielen."

DFL-Präsidium tagt am Dienstag

Wie geht es jetzt weiter? Einen Bericht des Kicker, wonach das DFL-Präsidium am Dienstag über das weitere Vorgehen beraten wird, kann SPORT1 bestätigen. Hierbei handelt es sich um eine turnusmäßige Tagung. Anfang der Woche wird das neunköpfige Präsidium um Sprecher Seifert eine Telefonkonferenz durchführen.


Wie SPORT1 aus DFL-Kreisen erfuhr, steht der Präsidiums-Entschluss für Dienstag auch schon so gut wie fest. Das Gremium wird den DFL-Mitgliedern die weitere Aussetzung des Spielbetriebs empfehlen. Aller Voraussicht nach um zwei weitere Wochen.

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Die DFL hat gleich mehrere Gründe dafür. Neben dem SC Paderborn (Teil-Quarantäne) und Hertha BSC befindet sich nun auch Eintracht Frankfurt in Quarantäne. Ein SGE-Spieler ist positiv auf COVID-19 getestet worden. Seit Donnerstag ist die komplette Mannschaft sowie der Staff für zwei Wochen von der Außenwelt isoliert.

Erschwerend hinzu kommen die unterschiedlichen Verfügungslagen in den jeweiligen Bundesländern. Viele Länder, darunter Berlin, haben eine Spielsperre bis zum 19. April ausgerufen.


"Mini-EM" als Option für Bundesliga-Fortsetzung

Im Hintergrund spielen sie bei der DFL in Frankfurt indes diverse Szenarien für den "Tag X" (Seifert) durch. Wie der Sportbuzzer berichtete, diskutiert man über ein "Eil-Modell" (Spiel alle zwei Tage), ein "Englisches Modell" (alle drei Tage) sowie eine "Mini-EM", bei der man mehrere Partien an einem Tag in festen Austragungsorten in Nord, Süd, West und Ost spielen würde.

Ein DFL-Insider bestätigt diese Gedankenspiele gegenüber SPORT1, sagt aber auch, dass es sich vor allem bei letzterem Modell um ein "absolutes Worst-Case-Szenario" handelt.

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Mitte nächster Woche soll zudem die UEFA bekanntgeben, wann und wie die Champions League und Europa League fortgesetzt wird. Die Entscheidungen der UEFA über den Rahmenspielplan sollen auch Grundlage für die erneute DFL-Versammlung am 31. März sein.

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BVB-Boss Zorc: "Bald wieder Fußball spielen"

BVB-Sportdirektor Michael Zorc zu SPORT1: "Es geht vor allem darum, dass wir bald wieder Fußball spielen. Spiele ohne Zuschauer, das muss man ganz klar sagen, sind aus jetziger Sicht das Best-Case-Szenario für uns alle."

Mit Prophezeiungen, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, hält sich der BVB-Macher indes bewusst zurück. "Es glaubt allerdings keiner daran", sagt er, "dass am 16. Mai die Saison regulär beendet ist."

Jörg Schmadtke, Sportchef des VfL Wolfsburg, ergänzt: "Wir hoffen, dass wir Ende März, wenn wir uns wieder treffen, ein paar Infos mehr haben. Die größte Relevanz bei allen Vereinen ist: wann können wir wieder spielen? Ziel ist der 3. April, aber daran glaubt fast keiner. Vielleicht spielen wir auch erst im Mai wieder. Das kann keiner abschätzen momentan."