DFL empfiehlt Profi-Klubs Trainingsstopp

Patrick Berger, Florian Plettenberg

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat den 36 Profi-Klubs die Aussetzung des Trainingsbetriebs empfohlen! 

In einem Rundschreiben, das am Donnerstag an die Vereine ging und SPORT1 in Teilen vorliegt, wendete sich die Liga an die Vereine.

"Bis mindestens 5. April sollte lediglich Individualtraining durchgeführt werden. Sollte es medizinisch vertretbar sein und es die behördlichen Vorgaben erlauben, könnte dann in Richtung Ostern Kleingruppen- Training erfolgen, um – sollte eine Fortsetzung der Saison möglich sein – ab Mitte April wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen", heißt es. "Selbstredend ist, dass die Trainingssteuerung in der Hoheit der Klubs bleibt." 


Heißt: Das Präsidium kann und möchte keineswegs in die Planungen der Vereine eingreifen. Sie appelliert allerdings an die Vorbildfunktion der Bundesligisten und empfiehlt ihnen das Training im Home-Office. 

Nach SPORT1-Informationen hatte sich das neunköpfige Präsidium, dem immerhin sechs Klubvertreter angehören, am Dienstag in einer Telefonschalte für die Aussetzung des Trainingsbetriebs ausgesprochen. Die Liga sieht es, so ist aus Frankfurt zu hören, äußerst kritisch, dass manche Klubs trotz Corona-Krise wieder gemeinsam trainieren.

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Man habe, so ist aus Verbandkreisen zu hören, zwar Verständnis, dass Fußballer ihrem Beruf nachgehen. Es erwecke allerdings einen falschen Eindruck, wenn Bundesligisten einerseits an der #stayathome-Kampagne des Gesundheitsministeriums teilnehmen, andererseits aber zum gemeinsamen Trainieren zusammenkommen.

Kein Training an der Säbener

Aufgrund dessen verzichtet man etwa beim FC Bayern noch immer auf Trainingsarbeit an der Säbener Straße.  

Zuletzt hatten mehrere Klubs den Trainingsbetrieb in kleinen Gruppen wieder aufgenommen. Darunter unter anderem RB Leipzig (individuelles Training mit Ball), Borussia Dortmund (Einheit in Kleingruppen), VfL Wolfsburg (Kleingruppen im Kraftraum), Borussia Mönchengladbach oder FC Augsburg. Der FC Schalke 04 und der 1. FC Köln wollen sich eigentlich am Freitag zum gemeinsamen Training treffen.

Entscheidung nächsten Dienstag

"Wir gehen hier alle unserem Job nach", rechtfertigte sich VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer, "unter genauester Einhaltung aller Regeln, die im Moment dafür gelten." Und Augsburg-Coach Heiko Herrlich wies darauf hin, dass man bestmöglich vorbereitet sein wolle, wenn die Saison wieder startet. 

Auf der Mitgliederversammlung am Dienstag, 31. März, soll über die DFL-Empfehlung eines Trainingsstopps abgestimmt werden. 


Die Liga erarbeitete zudem den Vorschlag, dass sich die Pause in der Bundesliga und 2. Liga mindestens bis zum 30. April verlängert (SPORT1 berichtete). Auch darüber wird am Dienstag ein Beschluss verfasst.

Union reagiert - Training ab 6. April

Als einer der ersten Klubs reagierte der 1. FC Union Berlin auf das DFL-Schreiben. "Wir haben unsere Planungen noch einmal angepasst und beabsichtigen nun, das gemeinsame Training am 6. April 2020 wieder aufzunehmen", wird Sportchef Oliver Ruhnert auf der Vereinsseite zitiert. "Trainiert wird dann in kleinen Gruppen an der Alten Försterei. Bis dahin arbeiten unsere Spieler weiterhin zu Hause nach individuell abgestimmten Plänen des Trainerteams."