DFB-Entscheidung zu „Die Mannschaft“

Aus für „Die Mannschaft“, doch es wird ein Abschied auf Raten.

Nach sieben Jahren, reichlich öffentlicher Kritik und einer Analyse wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Marketingslogan für das Nationalteam nicht mehr verwenden. Allerdings verschwindet der umstrittene Begriff nicht sofort, so wird er etwa bei der Winter-WM in Katar noch auf den Trikots zu sehen sein.

„Umfragen und Analysen haben ergeben, dass der Name ‚Die Mannschaft‘ einen hohen Bekanntheitsgrad hat und besonders im Ausland Anerkennung findet. Da steht er für Werte wie Teamgeist und Erfolg“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Fakt sei „aber auch, dass er in Fankreisen hierzulande mitunter kritisch gesehen und emotional diskutiert wird. Bedeutender als der Name ist aber ohnehin das Auftreten der Nationalmannschaft“, betonte der DFB-Chef.

Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung trafen die Entscheidung gegen die Marke auf dem DFB-Campus in Frankfurt einstimmig. Seit 2015 wurde sie verwendet, es gab darum immer wieder hitzige Diskussionen, und zuletzt zeichnete sich immer deutlicher ab, dass der polarisierende Claim aus dem Umfeld der DFB-Elf verschwinden wird.

Mehrheit der Fans hat Slogan immer abgelehnt

Selbst Oliver Bierhoff hatte zuletzt gesagt, dass er „damit leben“ könne, sollte das Votum gegen „Die Mannschaft“ ausfallen. Der Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie gilt als Schöpfer des auf dem Höhepunkt der Weltmeister-Euphorie eingeführten Slogans, mit dem viele Fans nie warm wurden.

Grundlage der Entscheidung war eine Analyse, „die unter anderem auf Auswertungen früherer und aktueller repräsentativer Umfragen sowie ausgewählten Expert*innen-Interviews basierte“, teilte der DFB mit. Die Ergebnisse hätten unter anderem „steigende Sympathiewerte für ‚Die Mannschaft‘ belegt“. Allerdings habe sich „vor allem mit Blick auf die weitere Nutzung des Namens kein einheitliches Bild“ ergeben. (NEWS: Mehrheit lehnt „Die Mannschaft“ ab)

Die Kritiker sind teils prominent. „Dieser Begriff ist mir zu abgehoben“, sagte etwa DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke, er sei „respektlos gegenüber allen anderen erfolgreichen Mannschaften“. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus meinte: „'Die Mannschaft‘ muss weg!“

Abschied ja, aber nicht gleich

Und sie kommt weg, aber nicht von jetzt auf gleich. Hergestellte DFB-Produkte, auf denen der Begriff prangt, landen nicht im Müll. Und die fertigen WM-Trikots der Nationalspieler natürlich auch nicht.

Es sollte eine Lösung rechtzeitig vor Katar geben, Neuendorf hatte zuletzt bereits angekündigt, bis Ende Juli entscheiden zu wollen („Ich bin kein Freund endloser Geschichten“). So kam es. „Die Mannschaft“ ist jetzt ein Auslaufmodell.

Schon nach dem WM-Desaster 2018 war der Begriff auf den Prüfstand gekommen. „Das ist kein Label“, betonte Bierhoff damals, die DFB-Elf werde nun mal im Ausland häufig so bezeichnet.

Analog zur „Equipe“ bei Weltmeister Frankreich oder „La Squadra“ von Europameister Italien. In der Mannschaft selbst war die Debatte laut Bundestrainer Hansi Flick übrigens „überhaupt kein Thema“.

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