DFB-Trainer Kuntz über den BVB: "Coaching hat gefehlt"

Martin Hoffmann
Stefan Kuntz (l.) schonte im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 BVB-Coach Peter Bosz nicht

Ist Peter Bosz der richtige Trainer für Borussia Dortmund?

Nach dem irren 4:4 des BVB im Derby gegen den FC Schalke 04 bleibt der Niederländer nach SPORT1-Informationen zwar vorerst im Amt. Zur Debatte steht er jedoch mehr denn je.

Auch Stefan Kuntz, Europameister-Trainer der deutschen U21, übte im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 Kritik.

Kuntz: Naldo-Tor darf BVB nicht passieren

"Das Coaching in der Mannschaft hat mir da ein bisschen gefehlt", befand der frühere Nationalstürmer.

Fest machte es der 55 Jahre alte DFB-Coach am letzten Schalker Tor, dem Kopfball von Verteidiger Naldo in der Nachspielzeit - dem Mann, auf den die Abwehr eigentlich am besten hätte eingestellt sein müssen: "Da darf jeder zum Kopfball kommen, aber nicht nicht Naldo."


Derselben Meinung war die Schalker Trainer-Legende Huub Stevens:  "Der am besten köpfende Mann steht frei. Das darf doch nicht passieren." Stevens vermisst, dass der BVB "als Mannschaft verteidigt".

Stevens: "Weiß nicht, was Bosz falsch macht"

Woran es liegt? Weder Kuntz noch Stevens wollten sich da auf einfache Antworten festlegen.

"Ich weiß nicht, was er falsch macht", gab Stevens in Bezug auf Bosz zu. Fakt sei aber: "Du siehst Verunsicherung. Ich fand es super von ihm, dass er sein System umgestellt hat. Aber es geht auch nicht um das System. Du brauchst die Qualität der Spieler, damit so ein System auch funktioniert."

Kuntz wiederum mahnte zur Vorsicht bei der Frage, ob Dortmund ein Fitness-Problem habe.

"Einfach nur zu sagen: Die sind nach 60 Minuten platt, das ist mir zu einfach", sagte Kuntz: "Es geht auch um den Kopf. Wenn der Kopf nicht frei ist, werden die Füße dick."

Ein solches Kopfproblem habe im Derby gewiss eine Rolle gespielt: "Nach dem 1:4 haben die Dortmunder Spieler gedacht, dass die Scheiße jetzt schon wieder losgeht. Das ist menschlich."