DFB-Team: Kopftuch sorgt für heftige Diskussionen

Beim Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und England lief ein Mädchen mit Kopftuch ein. Islam-Forscher Hamed Abdel-Samad kritisiert die Botschaft, die damit gesendet wird und sorgt für heftige Diskussionen.

Eines der Einlaufkinder im Wembley trug ein Kopftuch

Die deutsche Hymne wird im Wembley-Stadium gespielt, vor dem DFB-Team stehen wie üblich verschiedene Kinder. Eines dieser Kinder, ein junges Mädchen, trägt ein Kopftuch, welches ihre Haare, nicht aber ihr Gesicht verdeckt.

Dieses Foto, geteilt von Hamed Abdel-Samad, sorgt im Internet für schwere Diskussionen. Der Islam-Forscher schrieb: “Die Fahne des politischen Islam und des Patriarchats auf dem Kopf eines Kindes als Zeichen von Toleranz, Selbstbestimmung und Diversität zu verstehen ist der Tiefpunkt einer gescheiterten Integration und einer Gesellschaft, die nicht mehr weiß wo sie steht!”

Heftige Reaktion auf kritischen Post

Inzwischen haben über 4000 Personen auf den Post bei Facebook reagiert. Die Meinungen fallen sehr unterschiedlich aus und reichen von rassistischer Hetze bis hin zu ernsthafter Diskussion. Für Abdel-Samad sicher ein Teilerfolg.

Er führte weiter aus: “Man glaub (sic!) durch dieses Bild, werden Muslime besser integriert und mehr muslimische Frauen werden Lust auf Sport bekommen. Das Gegenteil wird aber passieren. Dieses Bild wird von Islamisten verwendet um muslimische Mädchen unter Druck zu setzen, so früh wie möglich das Kopftuch zu tragen!”

“Dummheit und Naivität”

Er erkennt “Dummheit und Naivität” in der Botschaft, die bewusst oder unbewusst gesendet wird. Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft erreichte ein enormes Publikum, das Thema Kopftuch ist seit Jahren politisch schwer umstritten.

Auf der einen Seite steht die religiöse Freiheit in Deutschland, auf der anderen Seite die von Abdel-Samad kritisierte frauenfeindliche Auslegung des Islams durch manche Gläubige. Die großen Meinungsverschiedenheiten werden nicht nur durch den Post deutlich.

“Die Welt wird bunter”

“Als ob sich ein Kind freiwillig in Lappen wickeln ließe, die den natürlichen Bewegungsdrang einschränken! Gerade wenn so kleine Mädchen derart präsentiert werden, ist das für mich nur eine Bestätigung des Zwangs, der dahinter steht“, schreibt eine Facebook-Nutzerin.

Eine andere hingegen widerspricht: “Wischt euch den Schaum vom Mund, Kinder, und tragts mit Fassung. Die Welt wird bunter – auch an Anblicke wie diesen werdet ihr euch gewöhnen müssen!”