DFB-Team: Baum schlägt Alarm: "Scouten Talente tot"

U20-Nationaltrainer Manuel Baum hat sich über Fehler ausgelassen, die Scouts bei der Sichtung von Talenten häufig begehen würden. Recht bekommt der ehemalige Trainer des FC Augsburg dabei von Schalke-Nachwuchscoach Norbert Elgert.

U20-Nationaltrainer Manuel Baum hat sich über Fehler ausgelassen, die Scouts bei der Sichtung von Talenten häufig begehen würden. Recht bekommt der ehemalige Trainer des FC Augsburg dabei von Schalke-Nachwuchscoach Norbert Elgert.

"Wir scouten unsere Talente tot. Ich glaube, dass oft der Fehler gemacht wird, die Arbeit von Scouts erst dann als gut zu bewerten, wenn sie möglichst viele Schwächen bei Talenten aufzeigen. Nach dem Motto: 'Was für ein toller Scout, der entdeckt wirklich alle Schwachstellen.' Aber letztendlich kann das dazu führen, dass wir unsere deutschen Talente kaputtscouten", so Baums These gegenüber der GQ.

Elgert stimmt Baum zu: "Neigen zu Negativität"

Baum plädiert dafür, "unsere Besessenheit, Fehler zu finden, abzustellen". Denn: "Die Kunst eines guten Scouts ist es, Potenziale zu erkennen. Und zwar die dynamischen, also veränderbaren Potenziale. Um ein paar Beispiele zu nennen: Mit welchem Trainer arbeitet der Spieler? Mit welchen Mitspielern spielt er zusammen? Welche Rolle hat er im Verein? Das wirkt sich alles aufs Potenzial aus."

Zustimmung erntet der ehemalige Trainer des FC Augsburg dabei von Schalkes Nachwuchstrainer Norbert Elgert, der unter anderem Manuel Neuer, Julian Draxler oder Leroy Sane gefördert hat. "Es wird viel zu oft zuerst auf die Schwächen der Spieler geblickt", bestätigt Elgert. "Wir Deutschen neigen schon ein wenig zu einer übertriebenen Negativität, sodass wir viel zu oft schauen, was jemand nicht kann, anstatt gezielt seine Stärken hervorzuheben und zu fördern. Ich sage immer: erst Stärken stärken, dann erst Schwächen schwächen."

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