DFB-Team: Özil-Berater schießt gegen Hoeneß zurück

Der Berater von Mesut Özil, Erkut Sögüt, hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß nach seiner Attacke gegen den aus der Nationalmannschaft zurückgetretenen Mittelfeldspieler des FC Arsenal heftig kritisiert. Gegenüber GOAL unterstellte er dem 66-Jährigen eine Vertuschung der Rassismus-Problematik.

Der Berater von Mesut Özil, Erkut Sögüt, hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß nach seiner Attacke gegen den aus der Nationalmannschaft zurückgetretenen Mittelfeldspieler des FC Arsenal heftig kritisiert. Gegenüber GOAL unterstellte er dem 66-Jährigen eine Vertuschung der Rassismus-Problematik.

"Die Kommentare von Herrn Hoeneß verfehlen den eigentlichen Sinn komplett", erklärte Sögüt. Hoeneß versuche die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Thema, "dem Rassismus und der Diskriminierung in Deutschland, abzulenken. Außerdem kann er seine dummen Aussagen, die komplett übertrieben sind, nicht belegen."

Hoeneß hatte am Morgen nach dem Rücktritt des 92-fachen Nationalspielers aus dem DFB-Team gegenüber der SportBild behauptet, dass Özil "seit Jahren einen Dreck" spiele und seinen "letzten Zweikampf vor der WM 2014 gewonnen" habe.

Sögüt verwies hingegen auf die 63 Torbeteiligungen seines Schützlings im Trikot des Weltmeisters von 2014 und auf die Tatsache, dass Özil fünfmal zum Nationalspieler des Jahres gekürt wurde. "Drei dieser Auszeichnungen kamen nach 2014", unterstrich der Berater seine Aussagen.

"Sollte er sich als Präsident von Bayern München nicht auf die Leistung seiner eigenen Spieler konzentrieren, von denen acht für Deutschland in Russland spielten", fragte Sögüt weiter. "Wenn Mesut so ein schlechter Spieler ist, was sagt das über seine Meinung zu Joachim Löw, Arsene Wenger und Jose Mourinho aus?"

Das seien drei Fußball-Fachmänner, die Özil in der Vergangenheit mehrmals zu den besten Spielern auf seiner Position zählten. "Es ist lächerlich, dass er glaubt, mehr von Fußball zu verstehen, als diese drei Top-Trainer", fuhr er fort.

Sögüt: Hoeneß "eine Schande für sich selbst"

Seiner Meinung nach hat der Präsident des deutschen Rekordmeisters nicht verstanden, worum es wirklich geht. "Herr Hoeneß, wir werden keine weitere Zeit und Energie aufbringen, um mit Ihnen über ein Thema zu reden, von dem Sie keine Ahnung haben", so Sögüt weiter. "Sie sind nicht nur eine Schande für sich selbst, sondern vor allem für den deutschen Fußball und die Leute in Deutschland."

Hoeneß hat laut Sögüt mit seinen Aussagen versucht, von der eigentlichen Nachricht Özils abzulenken. "Der Fokus von Mesuts Aussagen lag nicht unbedingt auf dem Fußball. Vielmehr ging es darum, auf das Wiederaufleben des Rassismus aufmerksam zu machen. Er hat den Mut und die Tapferkeit gezeigt, sich für all jene einzusetzen, die in Deutschland unfair behandelt werden: Einwanderer, Muslime und viele mehr", sagte er abschließend.

Özil war wegen eines Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor der WM scharf kritisiert worden. Zwei Monate lang hatte er zu diesem Thema geschwiegen. Erst am Sonntag nahm Özil in einem dreiteiligen Schreiben über seine Kanäle in den sozialen Netzwerken Stellung, verteidigte sein Bild mit dem türkischen Staatspräsidenten und griff zudem den DFB um Präsident Reinhard Grindel entschieden an.

Mesut Özils Statistiken in der Nationalmannschaft

Wettbewerb Spiele Tore Assists
Freundschaftsspiele 30 5 10
WM-Qualifikation 20 9 10
WM 16 2 4
EM-Qualifikation 15 5 12
EM 11 2 4
Gesamt 92 23 40

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