Das erwartet Löw von seinen WM-Kandidaten

Bundestrainer Joachim Löw steht weiter zu Mesut Özil, der mit dem FC Arsenal derzeit ein Tal durchschreitet

Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien am Freitag in Prag (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) sprach Bundestrainer Joachim Löw über die Wechsel-Gerüchte um Julian Draxler.

Dem kriselnden Mesut Özil versprach der 57-Jährige eine Einsatzgarantie. Weltmeister Mats Hummel äußerte sich zudem zu seinem Poolsprung, der in den vergangenen Tagen etwas für Wirbel gesorgt hatte.

Die Pressekonferenz des DFB zum Nachlesen:

+++ PK ist beendet +++

Das war es aus Prag. Joachim Löw verabschiedet sich von den Journalisten und bittet die DFB-Elf dann wieder um 17.30 Uhr zum Training.

+++ Löw zur Stürmerhierarchie +++

Löw zur Situation im Sturm: "Eine Hierarchie will ich vermeiden, es sind unterschiedliche Spielertypen. Timo Werner ist ein Spieler, der noch besser ist, wenn er eine zentrale Spitze vor sich hat und drumherum spielen kann. Mario Gomez ist eher der zentrale Stürmer, wie Sandro Wagner auch. Wagner hat mich in seinem Auftreten absolut überzeugt, er hat eine starke Präsenz und Persönlichkeit. Lars Stindl agiert am liebsten in den Zwischenräumen. Dann muss man sehen, wer am besten zueinander passt. Thomas Müller kommt aus dem Mittelfeld immer wieder in die Spitze. Es sind unterschiedliche Spieler, ich bin froh, dass wir sie haben."


+++ Löw lobt Tschechien +++

"Tschechien hat nach wie vor eine gute Mannschaft, wenn man sich die einzelnen Positionen anschaut. Wir haben großen Respekt vor dem Gegner, sie sind unter ihren Möglichkeiten geblieben bisher", so Löw über den nächsten Gegner. 


+++ "Özil wird spielen" +++

"Mats Hummels, Manuel Neuer, Jonas Hector, Toni Kroos, werden zum Beispiel spielen. Auch Mesut Özil wird spielen. Im Tor wird Marc (Andre ter Stegen, d. Red.) beginnen. Timo Werner ist ein Kandidat für die Spitze", so Joachim Löw. "Sonst sind noch einige Positionen offen."

+++ "Höwedes ist ein Thema" +++

"Für Benni (Höwedes, d. Red.) freut es mich ungemein. Juve war zweimal im Champions-League-Finale und spielen in der Meisterschaft immer vorne mit. Dass das so war auf Schalke, muss man dem neuen Trainer zugestehen, dass ohne ihn geplant wird. Bei uns war er immer verlässlich und solide. 2014 hätte niemand gedacht, dass er immer spielt und die Position so gut bekleidet. Wenn er bei Juve spielt, ist er nach wie vor ein Thema, wir wissen, was er kann", so Löw über den Weltmeister.

+++ Löw zu Draxler +++

"Julian fühlt sich wohl in Paris, er spielt dort in einer Spitzenmannschaft und hat sich persönlich weiterentwickelt. Dort gibt es jetzt die Situation, dass zwei ganz große Transfers getätigt wurden. Neymar spielt auf seiner Position, es ist dadurch nicht einfach geworden. Er kann aber auch woanders spielen, er ist da flexibel. Was der Trainer plant, da bin ich überfragt. Er hat das Selbstvertrauen, sich da durchzusetzen. Wie das in einem halben Jahr aussieht, muss man dann sehen", so Löw über die Einsatzchancen seines Confed-Cup-Kapitäns in Paris. 


+++ Keine Transfers im DFB-Team? +++

"Heutzutage ist man selber überrascht, wie schnell alles gehen kann. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass ein Spieler, der bei uns dabei ist, noch einen Wechsel vorhat", so Löw, angesprochen auf einen möglichen Wechsel Julian Draxlers.

+++ Löw über Konkurrenzkampf +++

Löw über den Konkzurrenzkampf: "Ein Freiticket für die WM hat niemand. Jeder tut gut damit, gute Leistungen zu erbringen und sich bewusst zu sein, was habe ich für Ziele und was will ich erreichen. Was muss ich tun, dass ich jeden Tag ein bisschen besser werde und in Form bin. Die Spieler müssen sich gedanklich mit der WM auseinandersetzen, das erwarte ich von ihnen. Was in der Vergangenheit war, zählt nicht. Jeder muss alles geben, dass er bereit ist."

+++ "Sind nicht eingespielt" +++

Wir sind gerade nicht so eingespielt, stehen vor dem Start einer neuen Saison, müssen uns erst finden und einspielen. Einige sind erst später ins Training und in die Saison eingestiegen. Bis Oktober wollen wir nun unsere weiße Weste behalten. Tschechien ist der stärkste Gegner der Gruppe, sie stehen mit dem Rücken zur Wand und haben gute Spieler im Kader. Das sagt alles über die Situation aus", sagt der Bundestrainer.

+++ Löw spricht +++

"Um was geht es?", fragt ein offenbar gut gelaunter Bundestrainer zum Anfang.

Seine Erwartungshaltung an die Mannschaft: "Nach der EM gab es das ein oder andere Ziel, die Quali als Favorit zu dominieren und uns möglichst früh zu qualifizieren. Das andere Ziel war es, junge, neue Spieler so weit heranführen, dass wir uns in der Breite in der Qualität verbessern und auf den Positionen mehr Möglichkeiten haben als 2016. Diese beiden Ziele haben wir erreicht. Mit dem Confed Cup haben wir zudem sehr viele Erkenntnisse gewonnen."

+++ Hummels geht, Löw kommt +++

Fliegender Wechsel, nun spricht Bundestrainer Joachim Löw.

+++ "Jeder muss liefern" +++

"Jeder muss sich ein Stück weit wieder beweisen, das ist aber auch gut so. Der Jahrgang, der damals Europameister wurde, hat genau das gleiche mit den Etablierten gemacht und wir sind nach und nach reingerutscht. Das wird uns irgendwann auch passieren, jetzt muss jeder liefern, es warten hinter jeder Position drei, vier hochtalentierte Jungs. Das wird uns noch deutlich stärker machen", blickt Hummels optimistisch in die nahe Zukunft. 


+++ Respekt vor Schick +++

Zuerst blickt Hummels in die Vergangenheit: "Ich habe gegen Jan Koller noch ein Bundesligaspiel gemacht, er hat mich 45 Minuten lang an keinen Kopfball rangelassen. Im Hinspiel war es von Tschechien aber ein gutes Spiel trotz unseres 3:0-Sieges. Ich erwarte keine einfache Partie morgen, sie haben ein paar klasse Spieler, Stürmer Schick (Patrik, d. Red.) zum Beispiel ist eine absolute Waffe", so Hummels zur anstehenden Partie.

+++ Systemfrage wird diskutiert +++

"Ich spiele beides sehr gerne, die Dreierkette darf nur nicht zu defensiv werden. Es ist ein sehr aggressives System, kenne das noch von Thomas Tuchel bei Dortmund", so Hummels zu einer möglichen Dreierkette gegen Tschechien.


+++ Hummels über seine Gehaltsspende +++

"Ich reihe mich da nur ein und hoffen, dass das in Zukunft noch mehrere Nationalspieler oder Spieler bei Bayern machen. Juan Mata ist da ja federführend. Wir schauen mal, was wir da alles mit anstellen können und dass das vielen Leuten helfen kann auf Dauer", so der 28-Jährige.

+++ Hummels über seinen Poolsprung +++


"Das ist nicht das erste Mal, dass ich von da gesprungen bin. Das waren auch nur zwei Meter, habe das schon öfter gemacht. Ich weiß, dass ich da nichts riskantes eingegangen bin, auch wenn das auf dem Video etwas spektakulärer aussah. So etwas wird dann diskutiert, ich lese das mit Neugier durch ohne dass mich das ganz stark tangieren würde", so Hummels über sein Video, das er auf seinem Instagram-Account geteilt hat.

+++ Hummels spricht +++

"Wir haben eine ganz starke Mannschaft zusammen. Das Turnier ist noch gar nicht im Kopf bei mir. Sich auf so ein Turnier einzustellen, da bedarf es mehr als die noch nicht einmal geschaffte Quali. Ich hoffe, dass es jetzt in den zwei Spielen schon klappt, rechne aber noch nicht damit. Wir wollen an die bisher gute Quali anknüpfen. Anfang Dezember bei der Auslosung können wir uns dann darauf freuen", so der Bayern-Verteidiger.


+++ Gleich geht es los +++

Noch ist am Pult nichts los, um 14 Uhr soll es aber losgehen.


+++ Zahlreiche Ausfälle +++

Der Konkurrenzkampf startet jedoch mit einigen Ausfällen. U21-Europameister Serge Gnabry von 1899 Hoffenheim reiste bereits am Dienstag wegen einer Sprunggelenksverletzung ab. Am Donnerstag wurde bekannt, dass auch Sami Khedira von Juventus Turin mit einer Kniereizung gegen Tschechien nicht spielen wird. Gegen Norwegen am Montag könnte er aber wieder zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus muss Löw auf Weltmeister Andre Schürrle verzichten. Auch die deutsche Nummer eins Manuel Neuer, Abwehrchef Jerome Boateng, der Dortmunder Mario Götze, Neu-Turiner Benedikt Höwedes, Shkrodan Mustafi, Leroy Sane, Ilkay Gündogan, Julian Weigl und Marco Reus fehlen im Kader für die beiden WM-Qualifikationsspiele.

+++ Löw ruft Konkurrenzkampf aus +++

Auch wenn die Qualifikation in den nächsten beiden Spielen nicht perfekt gemacht werden sollte, sollte sie nur noch eine Formsache sein. Daher beginnt schon jetzt der Kampf um die Plätze im WM-Kader. Nach dem sehr erfolgreichen DFB-Sommer mit dem U-21-Europameistertitel und dem Confed-Cup-Sieg kann der Bundestrainer aus über 40 Spielern wählen. Allerdings können nur 23 nächstes Jahr mit nach Russland.

Löw hat diesen Konkurrenzkampf selbst nochmal angeheizt: "Das bedeutet natürlich auch, dass Potenzial, Talent und bislang gezeigten Leistungen kein Freifahrtschein sind. Die Saison ist für alle wichtig." Zugleich rief er den "härtesten Konkurrenzkampf" in seiner Amtszeit aus.

+++ Vorzeitige Qualifikation möglich+++

In der WM-Qualifikation stehen an diesem Wochenende der siebte und achte Spieltag an. Mit zwei Siegen gegen Tschechien und Norwegen könnte die deutsche Mannschaft bereits die Qualifikation perfekt machen, vorrausgesetzt der Gruppenzweite Nordirland lässt in seinen beiden Spielen (gegen San Marino und Tschechien) Punkte liegen.