DFB-Präsident kündigt in der ARD Konsequenzen gegen Infantino an

Den DFB habe es bereits im Vorfeld der Weltmeisterschaft
Den DFB habe es bereits im Vorfeld der Weltmeisterschaft

 

Man sei "nicht glücklich" mit dem Verhalten der FIFA, klagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Donnerstag im ARD-"Moma". Bei der Wahl um die Präsidentschaft beim Weltfußballverband im März werde man sich deshalb klar positionieren.

Nach der Debatte um das von der FIFA untersagte Tragen der "One Love"-Armbinde hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf Konsequenzen für Fifa-Boss Gianni Infantino angekündigt. "Schon vor dem Turnier haben wir in Menschenrechtsfragen immer wieder Antworten eingefordert. Ähnlich wie jetzt bei der Binde haben wir von der FIFA bis zuletzt nie eine verlässliche Aussage bekommen", kritisierte Neuendorf am Donnerstag im "Morgenmagazin" des Ersten.

Den DFB habe es "sehr gestört und irritiert, dass die FIFA sich nicht einfach positioniert hat". Der Sportfunktionär stellte klar: "Wir werden Infantino bei der nächsten Wahl im März nicht nominieren." Eine dritte Amtszeit des umstrittenen Schweizers wird die Maßnahme allerdings kaum verhindern. Infantino ist bei der in Ruanda abgehaltenen Wahl nach jetzigem Stand der einzige Bewerber um den Posten des FIFA-Präsidenten.

Die Protestaktion der deutschen Mannschaft vor ihrem WM-Auftaktspiel wurde nach Aussage von DFB-Präsident Neuendorf
Die Protestaktion der deutschen Mannschaft vor ihrem WM-Auftaktspiel wurde nach Aussage von DFB-Präsident Neuendorf

 

Neuendorf zur "Maulkorb"-Aktion der Mannschaft: "Ich habe zugeraten"

Gemeinsam mit den sieben weiteren Nationen, die ebenfalls das Tragen der symbolischen Kapitänsbinde angekündigt hatten, werde der DFB nun besprechen, "wie wir mit dieser sehr schwierigen Lage umgehen sollen", erklärte Neuendorf in der ARD. Man sei "nicht glücklich" mit dem Verhalten der FIFA.

Dass die deutsche Mannschaft kurz vor dem Anpfiff gegen Japan am Mittwoch noch ein Zeichen gegen setzte, indem man sich die Münder bedeckte, hält der 61-Jährige indes für eine "sehr gute Aktion", die eine Idee der Spieler gewesen sei. "Manuel Neuer hat mich am Vorabend darüber informiert und ich habe zugeraten. Die Aktion wird auch in der Tat international sehr stark wahrgenommen und gelobt." Die DFB-Elf habe "noch mal klar zum Ausdruck gebracht, dass das, was die FIFA gemacht hat - nämlich uns zum Schweigen zu bringen - nur bedingt funktioniert."

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