DFB-Pokal: Darum gab es keinen Videobeweis

Schiedsrichter Felix Zwayer lag im Pokalspiel zwischen Leipzig und Bayern einige Male daneben

Schiedsrichter Felix Zwayer hat im Topspiel des DFB-Pokals zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern (5:6 n.E.) für großen Ärger gesorgt. 

In der 35. Minute beim Stand von 0:0 entschied der Referee zunächst auf Elfmeter, nachdem Arturo Vidal Emil Forsberg zu Boden gebracht hatte. Anschließend besprach er sich jedoch intensiv mit seinem Linienrichter und änderte seine Entscheidung auf Freistoß - ein Fehler! (Alle Reaktionen zum Thriller in Leizpzig im Volkswagen Pokalblog). Nach 67 Minuten gab es dann Elfmeter für Leipzig - und auch dieser Pfiff war umstritten: Yussuf Poulsen war an der Strafraumkante gegen das Standbein von Jerome Boateng gelaufen und daraufhin zu Fall gekommen. Zwayer entschied auf Strafstoß, Forsberg verwandelte sicher zum 1:0. 

Videobeweis erst ab Viertelfinale

Doch warum konnte der Referee anders als in der Bundesliga üblich nicht auf den Videobeweis zurückgreifen? Der DFB erklärt dazu: Der Videobeweis wird erst ab dem Viertelfinale im Pokal eingesetzt, da der Verband den Einsatz bei den kleinen Amateurvereinen der ersten Runden als unpraktikabel einschätzte.

Der Spielausschuss des DFB folgte mit dieser Entscheidung einem Vorschlag der Schiedsrichterkommission. Eine Umsetzung ab der Runde der letzten Acht sei "in Abstimmung mit der Deutschen Fußball Liga aus organisatorischer und wirtschaftlicher Sicht darstellbar", teilte der DFB mit.

In der Bundesliga können die Schiedsrichter seit Saisonbeginn auf den Video-Assistenten zurückgreifen, der die Spiele in der Videozentrale in Köln überwacht. "Sollte ein Verein im Viertelfinale Heimrecht haben, der nicht in der Bundesliga spielt, wird bei dieser Partie auf eine Van-Lösung, also mobile Video-Assistent-Technik, zurückgegriffen", sagte der zuständige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth: "Somit ist unabhängig vom Austragungsort gewährleistet, dass alle vier Partien unter den gleichen Voraussetzungen stattfinden." 

Rangnick führt persönlichen Videobeweis ein

RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick sorgte in der Halbzeitpause für Tumulte, als er seinen persönlichen Videobeweis einführen wollte. Mit dem Halbzeitpfiff (0:0) stürmte Rangnick von der Ehrentribüne auf Schiedsrichter Zwayer zu und hielt ihm sein Handy unter die Nase. Es entstand eine Rudelbildung, Bayern-Torhüter Sven Ulreich schlichtete.

Auch RB-Coach Hasenhüttl sauer  

"Der Schiedsrichter steht vier Meter neben dem Ball und lässt sich von jemandem überstimmen, der 40 Meter entfernt ist", echauffierte sich RB-Coach Ralph Hasenhüttl in der ARD nach der 5:6-Niederlage nach Elfmeterschießen. "Tut mir leid, aber dann spielen wir künftig nur noch mit Linienrichtern. Das Foul war auf der Linie und die gehört zum Strafraum. So eine Aktion ist für mich von außen schwer nachzuvollziehen. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln."