DFB-Frauen: Lea Schüller sorgt mit Viererpack für gelungenes Hrubesch-Debüt

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DFB-Frauen: Lea Schüller sorgt mit Viererpack für gelungenes Hrubesch-Debüt

Beim 4:0-Sieg der DFB-Damen konnte Hrubesch seinen ersten Erfolg als Interimstrainer feiern. Die Jüngste im Kader der Deutschen war die Matchwinnerin.

Horst Hrubesch hat die verunsicherte Frauenfußball-Nationalmannschaft wieder auf WM-Kurs gebracht. Beim Debüt des Interims-Bundestrainers machte die DFB-Auswahl mit einem 4:0 (2:0) im WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien dank eines Viererpacks von Küken Lea Schüller (4./31./68./79.) in Halle/Saale den ersten Schritt aus der Formkrise.

Drei Wochen nach der Trennung von Steffi Jones bewies "Feuerwehrmann" Hrubesch gleich in seinem ersten Spiel als Frauen-Bundestrainer ein hervorragendes Händchen bei der Aufstellung. Ausgerechnet Schüller, mit 20 Jahren die Jüngste im Kader, war in ihrem sechsten Länderspiel die überragende Akteurin auf dem Platz.

Mit zwölf Punkten aus fünf Spielen eroberten die Olympiasiegerinnen schon einmal die Führung in Gruppe 5 von Island (10) zurück, das allerdings ein Spiel weniger absolviert hat. Der zweimalige Welt- und achtmaligen Europameister muss auf dem Weg zur WM 2019 in Frankreich am Dienstag (16.00 Uhr/ZDF) mit einem Pflichtsieg in Slowenien nachlegen.

Schüller eiskalt vor dem Tor

Während die erfahrenen Kolleginnen vor 4564 Zuschauern phasenweise überaus nervös wirkten und die Tschechinnen mit zahlreichen Fehlpässen zu Kontern einluden, war die Essener Angreiferin Schüller vor dem Tor eiskalt wie ein alter Hase und verbuchte ihre Treffer zwei bis fünf im DFB-Trikot.

Hrubesch, dem acht Spielerinnen verletzt fehlten, hatte personell noch ein paar mehr Überraschungen parat. So lief Kristin Demann an ihrem 25. Geburtstag zusammen mit Sara Doorsoun in der Innenverteidigung auf. Lena Goeßling, vor dem Spiel für 100 Länderspiele ausgezeichnet, spielte dafür im defensiven Mittelfeld.

Torhüterin Schult mit Risiko

Durch die Zentrale gelang spielerisch in der ersten Hälfte allerdings viel zu wenig, gefährlich wurde Deutschland zumeist nur nach Ballgewinnen und schnellem Umschalten. Und dann fehlte im letzten Drittel die Präzision: Zwei Kopfbälle von Svenja Huth (19.) und Kapitänin Dzsenifer Marozsan (25.) flogen knapp über das Tor. 

Torhüterin Almuth Schult sorgte in ihrem 53. Länderspiel mit einigen risikoreichen Einlagen für Verunsicherung - Hrubesch nahm sich die Wolfsburgerin kurz vor Wiederanpfiff zur Brust. Nach dem Seitenwechsel zeigten die Deutschen bei allem Offensivdrang auch wieder defensive Defizite. Doch spielte die DFB-Auswahl wie von Hrubesch gefordert schnell nach vorne, kam so zu Chancen.

Wer die deutschen Fußballerinnen nach dem planmäßig bereits am Mittwoch endenden Hrubesch-Intermezzo übernimmt, ist noch offen. Als Top-Kandidatin gilt wegen ihrer erfolgreichen Arbeit als Schweizer Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg.