DFB: Bagger sollen endlich rollen: DFB will Rechtssicherheit im Akademie-Streit

Der Streit um den Neubau der DFB-Akademie geht am Montag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main in die nächste Runde. Reinhard Grindel setzt nach wie vor auf den Standort der ehemaligen Galopprennbahn.

Der Streit um den Neubau der DFB-Akademie geht am Montag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main in die nächste Runde. Reinhard Grindel setzt nach wie vor auf den Standort der ehemaligen Galopprennbahn.

Die Bagger sollen endlich rollen: Vor dem Verhandlungstermin im lähmenden Rechtsstreit um seinen Akademie-Neubau am Montag (10.00 Uhr) hofft der DFB auf grünes Licht für das rund 140 Millionen Euro teure Projekt. "Wir setzen nach wie vor auf den Standort auf der ehemaligen Galopprennbahn in Frankfurt", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel mit Blick auf die nächste Runde im Streit mit dem Renn-Klub vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt/Main.

Grindel hat zwar schon vor der Verhandlung einen Weggang des Weltmeister-Verbands aus dem Rhein-Main-Gebiet kategorisch ausgeschlossen ("Es geht um unsere Mitarbeiter - sie sind unsere Stärke"), dennoch arbeitet der DFB mittlerweile an einem "Plan B": "Mein Geduldsfaden ist zwar immer noch sehr stabil", äußerte Grindel: "Aber wir prüfen auch alternative Standorte im Rhein-Main-Gebiet näher."

Anderes Gelände kaum eine Alternative

Allerdings weiß auch der DFB-Boss, dass er mit solchen Aussagen kaum den Druck erhöhen kann. Schließlich würde das Ausweichen auf ein anderes Gelände den Bau wahrscheinlich noch weiter verzögern - und damit auch die Terminierung eines außerordentlichen DFB-Bundestags, bei dem das Projekt abgesegnet werden soll.

"Da es auch bei einem alternativen Standort einen erheblichen Planungsvorlauf geben müsste, hoffen wir darauf, Rechtssicherheit in einem Zeitraum zu haben, der so nahe liegt, dass wir die alternativen Planungen nicht weiter vorantreiben müssen", sagte Grindel: "Es wird nur dann schwierig, wenn durch ein Gerichtsurteil der Zugriff auf das Grundstück auf unabsehbare Zeit nicht erfolgen könnte. Aber wir setzen darauf, dass die Gerichte in absehbarer Zeit für Sicherheit sorgen, damit wir mit der Planung und dem Bau beginnen können."

Renn-Klub will Platz nicht räumen

Das OLG soll im Grundsatz darüber entscheiden, ob der Renn-Klub die Galopprennbahn im Stadtteil Niederrad räumen muss. Die Stadt hatte dem Verein gekündigt, um das Grundstück dem DFB zu übergeben. Dieser hatte eigentlich längst mit den Bauarbeiten beginnen wollen. Der beklagte Renn-Klub will aber nicht Platz machen. Die Fronten sind derart verhärtet, dass auch nach einem OLG-Urteil eine Fortsetzung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) alles andere als unwahrscheinlich ist.

"Vielleicht ist es faktisch unmöglich, den Pferderennsport in Frankfurt zu retten", hatte die vorsitzende OLG-Richtern Annette Boerner gesagt und an beide Parteien appelliert, sich doch noch zu einigen. Selbst wenn der Klub alle Verfahren gewinnen sollte, sei es "schwer vorstellbar, ohne die Unterstützung einer völlig verärgerten Stadt", die Galopprennbahn weiter zu betreiben.

Ursprünglich sollte bereits am 1. Juni wieder verhandelt werden. Geladen ist noch ein Zeuge. Doch ein Vorstandsmitglied des Klubs war nicht vernehmungsfähig - das OLG hatte aber angeordnet, dass der komplette Vorstand sowie ein gesetzlicher Vertreter der Stadt vor Ort sein müssen.

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