Devisen: Starker Dollar belastet Eurokurs - Zinserhöhung stützt türkische Lira

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NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> ist am Donnerstag gefallen und hat deutliche Kursgewinne vom Vortag wieder abgegeben. Im späten europäischen Geschäft rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,1909 US-Dollar, zuletzt notierte der Eurokurs im US-Handel minimal höher. Am Mittwochabend hatte der Euro nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed noch um knapp einen Cent in Richtung 1,20 Dollar aufgewertet, bevor in der vergangenen Nacht eine Gegenbewegung einsetzte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1912 (Mittwoch: 1,1907) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8395 (0,8398) Euro.

Nach wie vor bleibt ein starker Anstieg der Renditen für Staatsanleihen aus den USA eine bestimmende Kraft im Handel am Devisenmarkt. Im Tagesverlauf legte die Rendite für zehnjährige US-Anleihen um 0,10 Prozentpunkte zu und erreichte bei 1,75 Prozent den höchsten Stand seit Anfang 2020. Zum Vergleich: Deutsche Bundesanleihen mit der gleichen Laufzeit werden mit einer Rendite von minus 0,27 Prozent gehandelt.

Durch den zuletzt rasanten Anstieg der Renditen wird mehr Kapital in die USA gelockt, was dem Dollar Auftrieb verleiht. Ursache für die steigenden Kapitalmarktzinsen sind höhere Inflations- und Wachstumserwartungen, getragen durch das billionenschwere Corona-Hilfspaket der US-Regierung und durch Fortschritte bei den Corona-Impfungen.

Der starke Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten scheint Notenbankpräsident Jerome Powell wenig zu beunruhigen. Man wolle zwar keine "ungeordneten" Zustände an den Finanzmärkten, versicherte Powell am Mittwochabend nach der Zinssitzung der Fed. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es vorerst keine Änderung der Geldpolitik geben wird.

Während der Euro unter Druck stand, ging es mit dem Kurs der türkischen Lira deutlich nach oben. Zuletzt wurde ein Euro für 8,73 Lira gehandelt. Im frühen europäischen Handel stand der Kurs noch bei 9,0 Lira für einen Euro. Ausschlaggebend für die stärkere Lira war eine deutlichen Zinsanhebung der türkischen Notenbank. Sie erhöhte den Leitzins um zwei Prozentpunkte auf 19,0 Prozent. Das war stärker als am Markt erwartet worden war. Die Türkei gehört zu den wenigen größeren Volkswirtschaften, die im vergangenen Jahr trotz Corona-Pandemie gewachsen ist. Zugleich ist die Inflation hoch, wogegen die Zentralbank vorgeht.