Devisen: Robuste Konjunktur stützt Eurokurs

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die günstige wirtschaftliche Lage in der Eurozone hat den Eurokurs am Donnerstag gestützt. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg auf 1,1634 US-Dollar. Im frühen Handel hatte der Euro noch unter 1,16 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1630 (Mittwoch: 1,1590) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8599 (0,8628) Euro.

Das sich weiter verbessernde wirtschaftliche Umfeld in der Eurozone gab dem Eurokurs Auftrieb. Die Europäische Kommission hatte ihre Wachstumsprognose für die Eurozone und viele Mitgliedsländer teils deutlich angehoben. Die Kommission erwartet in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum für die Eurozone von 2,2 Prozent. Dies wäre der höchste Zuwachs seit zehn Jahren. Im Frühjahr war die Kommission noch von 1,7 Prozent ausgegangen.

"Nach fünf Jahren moderater Erholung hat sich das Wachstum in Europa nun beschleunigt", sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Der Euroraum müsse jedoch enger zusammenwachsen, damit er für künftige Schocks besser gewappnet sei.

Unter Druck blieb jedoch das britische Pfund. Nach dem Rücktritt eines zweiten britischen Kabinettsmitglieds innerhalb einer Woche wachsen die Zweifel an der Stabilität der Regierung in London. Entwicklungshilfeministerin Priti Patel war am Mittwochabend wegen unabgesprochener Treffen mit israelischen Regierungsmitgliedern zurückgetreten. Eine Woche davor hatte Verteidigungsminister Michael Fallon wegen Belästigungsvorwürfen seinen Hut nehmen müssen. Sowohl zum Euro als auch zum Dollar gab das Pfund nach.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88633 (0,88405) britische Pfund, 131,75 (131,54) japanische Yen und 1,1589 (1,1581) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1284,80 (1284,00) Dollar gefixt.