Devisen: Eurokurs verliert - US-Steuerpläne belasten

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Montag wegen gestiegener Chancen einer großen Steuerreform in den USA gefallen. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1835 US-Dollar gehandelt, nachdem sie am Morgen noch zeitweise bis auf 1,1888 Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1865 (Freitag: 1,1885) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8428 (0,8414) Euro.

Am Devisenmarkt wurde der Wochenauftakt von Spekulationen auf eine Steuerreform in den USA geprägt. Am Wochenende hatte der US-Senat den geplanten massiven Steuersenkungen für amerikanische Unternehmen zugestimmt. Bevor die Reform Gesetz werden kann, müssen aber die Entwürfe des Senats mit denen des Repräsentantenhauses in Einklang gebracht werden. Die Steuerreform wäre der erste größere Gesetzeserfolg von US-Präsident Donald Trump seit Amtsantritt im Januar.

Die geplanten niedrigeren Steuersätze für Unternehmen könnten das Wachstum in der größten Volkswirtschaft der Welt anschieben und raschere Zinsanhebungen der US-Notenbank zufolge haben. Beides spricht für einen tendenziell höheren Dollarkurs, was den Euro im Gegenzug belastet.

Außerdem haben die Anleger die Brexit-Verhandlungen im Blick. Großbritannien und die Europäische Union versuchten am Montag, die Blockade bei den Gesprächen zu durchbrechen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker empfing die britische Premierministerin Theresa May in Brüssel und erwartete neue Zugeständnisse. Die EU-Seite ging optimistisch in das Gespräch und der Kurs des britischen Pfund konnte zu allem wichtigen Währungen zulegen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87725 (0,88115) britische Pfund, 133,91 (133,70) japanische Yen und 1,1665 (1,1691) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1273,45 (1275,50) Dollar gefixt.