Devisen: Eurokurs steigt - Franken weiter auf Talfahrt

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Im Mittagshandel wurde die Gemeinschaftswährung wieder über der Marke von 1,17 US-Dollar bei 1,1710 gehandelt. Der Euro hat damit den jüngsten Höhenflug wieder aufgenommen, der ihn am Donnerstag zeitweise bis auf 1,1777 Dollar steigen ließ und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2015. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1694 Dollar festgesetzt.

Gestützt wurde der Euro durch Konjunkturdaten aus der Eurozone, die weiter auf einen robusten Aufschwung hindeuten. Demnach bleiben die wichtigen Euro-Länder Frankreich und Spanien auf Wachstumskurs. Spanien verzeichnete in den Monaten April bis Juni das stärkste Wirtschaftswachstum seit dem dritten Quartal 2015, also seit fast zwei Jahren.

Rückenwind für den Euro gab es am Morgen auch aus der US-Politik. Erneut ist in Washington ein Versuch gescheitert, die Krankenversicherung neu zu organisieren. Das Ergebnis ist eine herbe Niederlage für die republikanische Parteiführung und für US-Präsident Donald Trump. Am Devisenmarkt wird immer weniger mit der Umsetzung von Wahlversprechen wie zum Beispiel einer Steuerreform gerechnet. Dies belastet den Dollar und sorgt im Gegenzug für Auftrieb beim Euro.

Unterdessen setzte sich der Kursverfall des Schweizer Franken am Freitag weiter fort. Zuletzt mussten für einen Euro 1,1379 Franken gezahlt werden und damit so viel wie noch nie, seit die Schweizer Notenbank Anfang 2015 ihr Kursziel von 1,20 Franken aufgehoben hatte.

"Erneut gab es keinen konkreten Treiber für die Kursbewegung", kommentierte Experte Manuel Andersch von der BayernLB den aktuellen Kursrutsch des Franken. Seiner Einschätzung nach ist nicht auszuschließen, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) "mit kleineren Interventionen" die Franken-Abschwächung zusätzlich befeuert hat.