Devisen: Eurokurs steigt über 1,19 US-Dollar - Höchster Stand seit September

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat am Freitag von der Aussicht auf eine Regierungsbildung in Deutschland und einem erneuten Rekordhoch des Ifo-Geschäftsklimas profitiert. Am Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung über 1,19 US-Dollar und erreichte bei 1,1929 Dollar den höchsten Stand seit September. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor deutlich niedriger auf 1,1877 (Donnerstag: 1,1848) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8420 (0,8440) Euro gekostet.

Nach Einschätzung der Commerzbank-Expertin Thu-Lan Nguyen lieferte die jüngste politische Entwicklung "positive Argumente für den Euro". Die SPD bewegt sich in der Diskussion über eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition. SPD-Chef Martin Schulz hatte angekündigt, die Parteibasis über eine mögliche Regierungsbeteiligung abstimmen zu lassen. Zuvor hatte er eine Große Koalition mehrfach strikt ausgeschlossen.

Daneben sei auch die jüngste Entwicklung beim Ifo-Index ein Grund for die Eurostärke, sagte die Expertin. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer hatte im November überraschend ein neues Rekordhoch erreicht. "Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine Hochkonjunktur zu", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Umfrageergebnis.

Außerdem erkannten Marktbeobachter weiterhin eine Dollar-Schwäche am Devisenmarkt. Zuletzt hatten sich amerikanische Notenbanker besorgt über die vergleichsweise schwache Inflation in den USA gezeigt, was für einen vorsichtigen Kurs der US-Notenbank Fed bei künftigen Zinserhöhungen spricht. Dies belastet den Dollarkurs bereits seit der Wochenmitte und sorgt im Gegenzug für Auftrieb beim Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89120 (0,89005) britische Pfund, 132,24 (131,79) japanische Yen und 1,1650 (1,1613) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1290,50 (1290,35) Dollar gefixt.