Devisen: Eurokurs springt auf Hoch seit Mai 2016 - Gute Konjunkturdaten helfen

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Eurokurs ist am Dienstag im US-Handel angesprungen und auf den höchsten Stand seit Mai 2016 geklettert. Die europäische Gemeinschaftswährung zog bis auf 1,1480 US-Dollar an und wurde zuletzt bei 1,1471 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,1405 (Montag: 1,1387) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8768 (0,8782) Euro.

Der Euro nahm deutlich Fahrt auf, nachdem er das alte Zwischenhoch von Ende Juni diesen Jahres bei 1,1445 Dollar überwunden hatte. Bereits zuvor hatten Sorgen um eine Verschärfung der Russland-Affäre rund um den US-Präsidenten Donald Trump die Gemeinschaftswährung gestützt. Ein von Trumps ältestem Sohn veröffentlichter digitaler Schriftwechsel soll zu einem Treffen mit einer russischen Anwältin geführt haben. Daraus geht hervor, dass ihm belastende Informationen über Hillary Clinton in Aussicht gestellt wurden, die von der russischen Regierung stammen sollen. Donald Trump Jr. schrieb auf Twitter, er veröffentliche den Schriftverkehr, um Transparenz zu schaffen.

Zugute kamen dem Euro ferner die robuste Konjunktur in der Eurozone. So hatte die Industrieproduktion in Italien, der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, im Mai stärker zugelegt als erwartet. Damit ist in allen vier großen Volkswirtschaften der Eurozone die Produktion überraschend stark gestiegen. In Deutschland, Frankreich und Spanien hatte die Produktion laut Zahlen aus der vergangenen Woche deutlich stärker zugelegt als prognostiziert. An diesem Mittwoch werden die Zahlen für die gesamte Eurozone veröffentlicht.

Unter Druck geraten ist dagegen das britische Pfund. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) rechnet wegen der Unsicherheit rund um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union mit einem deutlichen Dämpfer für die britische Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr. Steigende Preise bremsen die Kaufkraft und die Brexit-Verhandlungen würden die Investitionen verringern. Zudem hatte mit Ben Broadbent ein führender Vertreter der britischen Notenbank erneut vor den negativen Folgen des Brexits für die britische Wirtschaft gewarnt.