Devisen: Eurokurs nach Scheitern von Jamaika-Verhandlung auf Berg- und Talfahrt

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen hat der Kurs des Euro am Montag eine Berg- und Talfahrt hingelegt. In der vergangenen Nacht war die Gemeinschaftswährung zunächst um etwa einen halben Cent bis auf 1,1722 US-Dollar gefallen und stieg dann im Vormittagshandel wieder bis auf 1,1812 Dollar. Am Nachmittag gab der Euro zuletzt nach und wurde bei 1,1750 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1781 (Freitag: 1,1795) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8488 (0,8478) Euro.

Am späten Sonntagabend hatte sich die FDP aus den Sondierungsgesprächen mit Union und Grünen verabschiedet. Die wochenlangen Bemühungen um eine konservativ-linksliberale Koalition scheinen damit gescheitert zu sein. Die SPD lehnte den Eintritt in eine große Koalition weiterhin ab. Die politischen Verhältnisse in der größten Volkswirtschaft der Eurozone sind somit unübersichtlich geworden.

"Die Finanzmärkte gehen jedoch offenbar nur von einer Unsicherheitsphase aus", erklärte Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, die insgesamt verhaltenen Kursausschläge. Schließlich gebe es in Deutschland nicht die Gefahr, dass eine antieuropäische Partei an Einfluss gewinne. Zudem stehe die deutsche Wirtschaft gut da.

Am Nachmittag stützten zudem starke Konjunkturdaten aus den USA den Dollar. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren war im Oktober stärker als erwartet gestiegen. Er hatte laut dem privaten Forschungsinstitut Conference Board um 1,2 Prozent zum Vormonat zugelegt. Volkswirte hatten nur einen Zuwachs um 0,8 Prozent erwartet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88940 (0,89385) britische Pfund, 132,10 (132,82) japanische Yen und 1,1676 (1,1696) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1286,20 (1284,35) Dollar gefixt.