Devisen: Eurokurs legt nach US-Leitzinssenkung zu

NEW YORK (dpa-AFX) - Die überraschende Senkung des Leitzinses in den USA hat den Euro <EU0009652759> am Dienstag angetrieben. Kurz nach Ankündigung der Maßnahme war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1213 geklettert und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Januar. Im New Yorker Handel kostete sie zuletzt 1,1178 Dollar.

Die US-Notenbank hatte wegen der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Auswirkungen des neuen Coronavirus ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Der Leitzins liegt nun im Korridor von 1 bis 1,25 Prozent. Damit schmilzt der Zinsvorsprung der USA gegenüber dem Euroraum, so dass der Dollar nachgab und der Euro stieg.

Am Mittag hatten die Finanzminister und Notenbankchefs der führenden westlichen Industrieländer erklärt, die Notenbanken der Gruppe erfüllten weiter ihr Mandat, sorgten für stabile Preise und unterstützten das Wirtschaftswachstum. Mit der überraschenden Leitzinssenkung agierte die Fed nun rascher als gedacht. "Längeres Abwarten hätte wohl die Erholung der Finanzmärkte gefährdet", schrieb Volkswirt Bernd Weidensteiner von der Commerzbank.

Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank kommentierte: "Die Zinssenkung firmiert unter der Rubrik 'Grippeschutzimpfung'. Bevor die Finanzmärkte und die US-Wirtschaft größeren Schaden nehmen, schreitet die Fed ein. Das ist gut so, zeugt es doch von einem energischem Vorgehen gegenüber etwaigen schärferen Konjunkturrisiken." Weitere Zinssenkungen könnten seiner Meinung nach folgen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87010 (0,87113) britische Pfund, 119,77 (119,82) japanische Yen und 1,0646 (1,0655) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1634 Dollar gehandelt. Das waren etwa 45 Dollar mehr als am Montag.