Devisen: Eurokurs legt zu - Rohstoffwährungen unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Montag von der Zinssenkung der US-Notenbank profitiert. Die Auswirkungen der überraschenden US-Leitzinssenkung hielten sich aber in Grenzen. Die Gemeinschaftswährung wurde im Mittagshandel mit 1,1196 US-Dollar gehandelt. Vor dem überraschenden Zinsschritt am Sonntagabend hatte der Euro noch rund einen Cent niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1104 Dollar festgesetzt.

Der Dollar leidet darunter, dass die amerikanische Notenbank wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Leitzins um einen ganzen Prozentpunkt auf fast Null Prozent verringert hat. Zudem will die Fed die Wirtschaft mit einem 700 Milliarden Dollar schweren Anleihekaufprogramm ankurbeln und Banken vorübergehend Notfallkredite gewähren, wie sie es bereits nach der großen Finanzkrise 2008 getan hatte.

Der Eurokurs notierte zuletzt aber unter seinen Tageshöchstkursen. Zeitweise war er bis auf 1,1237 Dollar gestiegen. Insgesamt hielten sich die Auswirkungen der Zinssenkung auf den Dollar in Grenzen. Zu anderen Währungen legte er sogar zu. "Offensichtlich ist der Devisenmarkt bereits in Schockstarre", kommentierte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte von der Commerzbank. Hinzu komme, dass in den USA die Virus-Ausbreitung noch längst nicht so weit vorangeschritten ist wie in weiten Teilen Europas. "Noch ist also nicht klar, ob die US-Regierung - wenn es dort erstmal soweit ist - ähnlich drakonisch verfahren wird wie die Europäer momentan", sagte Leuchtmann.

Auch andere Notenbanken handelten: Am Morgen kündigte die japanische Notenbank den Kauf weiterer Wertpapiere an. In Hongkong und Südkorea reagierten die Notenbanken mit Leitzinssenkungen. Die Notenbanken sind jedoch nicht in der Lage die Unsicherheit zu verringern. So waren als sicher geltende Währungen wie der japanische Yen und der Schweizer Franken weiter gefragt.

Rohstoffwährungen aber wie der Kanadische Dollar, Norwegische Krone und vor allem der russische Rubel gerieten stark unter Druck. Ein Einbruch der Weltwirtschaft verringert auch die Nachfrage nach Rohöl.