Devisen: Eurokurs legt nur noch leicht zu

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Donnerstag an die kräftigen Kursgewinne der ersten Wochenhälfte angeknüpft, aber im Vormittagshandel nur noch leicht zugelegt. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1867 US-Dollar gehandelt und damit nur geringfügig höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1830 (Dienstag: 1,1797) Dollar festgesetzt.

Am Morgen war der Euro noch zeitweise bis auf 1,1880 Dollar gestiegen und damit auf ein neues Monatshoch. Gestützt wird der Euro durch eine allgemeine Dollar-Schwäche. Händler verwiesen auf zaghafte Äußerungen amerikanischer Währungshüter. Aus dem am Vorabend veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed geht hervor, dass viele Fed-Mitglieder besorgt über die vergleichsweise niedrige Inflation sind.

Das Protokoll der jüngsten Zinssitzung der Fed sei eine Belastung für den Dollar, sagte Expertin Antje Praefcke von der Commerzbank. "Obwohl viele Fed-Mitglieder noch eine Zinserhöhung dieses Jahr erwarten, zeigen sich einige besorgt, dass die niedrige Inflation eben doch nicht vorübergehend sein könnte und sprechen sich für eine vorsichtige Haltung aus." Die Aussicht, dass die Zinsen in den USA nur vergleichsweise langsam steigen könnten, belastet den Dollar und stützt im Gegenzug den Kurs des Euro.

Gestützt wurde der Euro auch durch die jüngste Entwicklung in der spanischen Region Katalonien. Mittlerweile scheint es nicht auf eine schnelle Unabhängigkeitserklärung Kataloniens hinauszulaufen. Die separatistische Regionalregierung gerät immer stärker unter Druck. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy stellte laut Medienberichten ein Ultimatum bis spätestens Donnerstag kommender Woche. Sollte die katalanische Regionalregierung bis dahin nicht auf die Unabhängigkeitsforderung verzichten, droht ihr die Entmachtung.