Devisen: Eurokurs gibt etwas nach

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat nach seinen jüngsten Kursgewinnen am Mittwoch etwas nachgegeben. Im Mittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1137 US-Dollar. Am Vormittag war der Euro noch zeitweise bis auf fast 1,12 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1117 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag war der Euro zeitweise über die Marke von 1,12 Dollar gestiegen, nachdem die amerikanische Notenbank Fed in einem außerplanmäßigen Schritt ihren Leitzins deutlich um 0,5 Prozentpunkte gesenkt hatte. Notenbankchef Jerome Powell erklärte den Schritt mit den wirtschaftlichen Risiken, die die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus darstelle. Die US-Aktienmärkte profitierten nur kurz von der Lockerung und schlossen mit deutlichen Verlusten.

Fachleute fanden nicht nur lobende Worte für die Fed. Expertin Silvia Dall'Angelo vom Investmenthaus Federated Hermes sprach von einer überstürzten Reaktion, da die Auswirkungen der Virus-Krise noch nicht klar seien. Allianz-Chefökonom Ludovic Subran warf die Frage auf, ob die Fed sich mit ihrem Vorgehen nicht noch mehr in die politische Schusslinie bringe. US-Präsident Donald Trump hatte unmittelbar nach der Fed-Entscheidung weitere Zinssenkungen gefordert.

Insgesamt zeigten sich die Finanzmärkte am Mittwoch etwas zuversichtlicher. So geriet auch der als sicher geltende japanische Yen unter Druck. Experten verweisen auf den Wahlerfolg von Joe Biden bei den Präsidentschaftswahlen am sogenannten "Super-Tuesday". "Biden ist ein Wunschkandidat der Finanzmärkte", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Der gemäßigte Demokrat würde für Entspannung bei den Handelskonflikten sorgen."