Devisen: Eurokurs gibt nach Dreijahreshoch etwas nach

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat am Mittwoch ein neues Dreijahreshoch erreicht. In der vergangenen Nacht stieg die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,2323 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Ende 2014. Anschließend rutschte der Kurs aber wieder ab, nachdem sich der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Vitor Constancio, tendenziell besorgt über den Höhenflug des Euro gezeigt hatte.

Im Vormittagshandel stand der Euro wieder ein Stück weit tiefer bei 1,2226 Dollar. Von der EZB war der Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,2230 Dollar festgesetzt worden.

Die Sorgenfalten in den Reihen der EZB wegen des Euro-Höhenflugs scheinen größer zu werden. Nachdem sich am Dienstag Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau besorgt geäußert hatte, folgte einen Tag später EZB-Vizepräsident Constancio. "Plötzliche Kursbewegungen bereiten mir Sorgen, soweit sie keine Änderung der fundamentalen Lage widerspiegeln", sagte er der italienischen Zeitung "La Repubblica".

Außerdem dämpfte Constancio Spekulationen auf eine schnelle Änderung des geldpolitischen Ausblicks ("Forward Guidance") der europäischen Notenbank. Nach Einschätzung des Vizepräsidenten sieht der EZB-Rat zwar die Notwendigkeit, seine geldpolitische Kommunikation wegen der robusten konjunkturellen Entwicklung anzupassen. Das bedeute aber nicht, dass derartige Änderungen unmittelbar bevorstünden.

Zuletzt hatte das Protokoll der jüngsten Zinssitzung Hinweise auf eine rasche Änderung der geldpolitischen Kommunikation geliefert. Dies war am Markt als Signal für eine möglicherweise schnellere Zinserhöhung als bisher gedacht gedeutet worden und hatte dem Euro neuen Auftrieb verliehen.

Im weiteren Handelsverlauf könnten noch Konjunkturdaten für zusätzliche Bewegung am Devisenmarkt sorgen. Im Euroraum stehen Inflationszahlen an, aus den USA werden Produktionsdaten aus der Industrie und Zahlen vom Immobilienmarkt erwartet. Am Abend veröffentlicht die US-Notenbank ihren Konjunkturbericht, auch "Beige Book" genannt.