Devisen: Eurokurs gesunken - Warten auf US-Jobbericht

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat am Freitag vor wichtigen Konjunkturdaten aus den USA nachgegeben. Am Vormittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1651 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1645 Dollar festgesetzt.

Die Anleger dürften sich vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts eher zurückhalten, hieß es von Marktbeobachtern. Zumal in der Eurozone im Tagesverlauf keine wichtigen Konjunkturdaten auf dem Programm stehen. Es wird erwartet, dass sich der amerikanische Arbeitsmarkt im Oktober vergleichsweise robust entwickelt hat.

Allerdings dürfte der Arbeitsmarktbericht wegen der Folgen schwerer Wirbelstürme im Süden der USA verzerrt sein. Der Markt rechnet mit einem starken Anstieg bei der Zahl der Beschäftigten, nachdem im September wetterbedingt Stellen abgebaut wurden. Mit Blick auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed dürften die Anleger am Nachmittag vor allem die Entwicklung der Stundenlöhne im Blick haben, die Rückschlüsse auf die weitere Entwicklung der Inflation ermöglichen.

Die Nominierung des Notenbankers Jerome Powell als Nachfolger von Janet Yellen an der Spitze der Fed sorgte nicht mehr für Bewegung an den Märkten. Die Personalentscheidung war zuvor bereits in den Medien durchgesickert.

Auch die am Vortag vorgelegten Pläne für eine Steuerreform in den USA bewegten zuletzt kaum noch. Sie stellen nach Einschätzung der Expertin Antje Praefcke von der Commerzbank keine große Neuigkeit dar. Bereits im September war ein Entwurf der Steuerreform vorgelegt worden. "Außerdem ist die Durchsetzung der Reform derzeit mehr als fraglich", sagte Praefcke.

Deutliche Bewegung am Devisenmarkt gab es bei der türkischen Lira, die sich aufgrund der höchsten Inflation in der Türkei seit 2008 im Verhältnis zum Euro ihrem Rekordtief von Mitte Oktober näherte. Der venezolanische Bolivar erreichte unterdessen sein Rekordtief, nachdem Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro angekündigt hatte, mit Gläubigern über die Staatsschulden verhandeln zu wollen. Der offizielle Wechselkurs des Bolivar spielt im Alltag des Landes allerdings kaum eine Rolle, weil hier der Schwarzmarktkurs tonangebend ist. Diesem Kurs zufolge ist der Bolivar um mehr als das tausendfache schwächer als nach dem offiziellen Kurs.