Devisen: Eurokurs gestiegen - Britisches Pfund unter Druck

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Donnerstag gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,1670 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte sie noch knapp einen halben Cent niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1645 (Mittwoch: 1,1612) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8587 (0,8612) Euro.

Entscheidend für den Devisenmarkt ist derzeit die Geldpolitik in den USA. Medienberichte, laut denen Jerome Powell künftiger Vorsitzender der US-Notenbank Fed und Nachfolger von Janet Yellen werden soll, hätten den Dollar belastet, sagten Händler. Allgemein wird damit gerechnet, dass US-Präsident Donald Trump Notenbank-Direktor Powell am Abend nominieren wird. Die Amtszeit der aktuellen Fed-Vorsitzenden Yellen endet im Februar 2018. Die Chancen, dass Powell die nötige Zustimmung des Senats erhält, gelten als gut. Er gilt als Vertreter der bisherigen eher lockeren Geldpolitik.

Ermutigende Signale von der Wirtschaft in Deutschland und dem gesamten Euroraum stützten den Euro etwas. Die Industriestimmung in der Eurozone ist im Oktober laut endgültigen Zahlen auf den höchsten Stand seit sechseinhalb Jahren gestiegen. Der Wert lag nur leicht unter der ersten Schätzung. Positiv überrascht haben Italien und Spanien, wo keine Erstschätzung stattfindet. Der französische Wert wurde jedoch etwas nach unten revidiert. In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober auf den niedrigsten Wert in diesem Monat seit der Wiedervereinigung gesunken.

Stark unter Druck geraten ist am Devisenmarkt das britische Pfund. Die britische Notenbank hatte ihren Leitzins zwar erstmals seit rund zehn Jahren erhöht. Er stieg um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent. Sie gab jedoch keine konkrete Hinweise auf weitere Anhebungen. Sie bekräftigte lediglich eine frühere Aussage, wonach eine geldpolitische Straffung "graduell" und "in begrenztem Umfang" erfolge. Notenbankchef Mark Carney warnte erneut vor den Risiken, die durch den Brexit für die britische Wirtschaft entstünden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88690 (0,87385) britische Pfund, 132,90 (132,60) japanische Yen und 1,1647 (1,1640) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1279,20 (1277,05) Dollar gefixt.