Devisen: Eurokurs gerät nach schwachen italienischen Industriedaten unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EU0009652759> ist am Montag nach sehr schwachen italienischen Industriedaten unter Druck geraten. Am Vormittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0810 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte sie noch bei 1,0850 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,0843 Dollar festgesetzt.

In Italien ist die Industrieproduktion im März wegen den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie drastisch eingebrochen. Im Monatsvergleich ist die Fertigung um 28,4 Prozent gesunken. Der Einbruch war noch stärker als erwartet. Volkswirte hatten mit einem Rückgang von 20,0 Prozent gerechnet.

Italien ist von der Corona-Krise besonders stark betroffen. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone war schon vor der Corona-Krise durch eine anhaltende Wachstumsschwäche geprägt. Nach Griechenland hat Italien zudem den zweitgrößten Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt.

Die EZB wird nach Aussage der deutschen Notenbankdirektorin Isabel Schnabel trotz des Urteils des Bundesverfassungsgerichts ihre Wertpapierkäufe fortsetzen. Dies geschehe im Einklang mit dem Mandat der EZB, sagte Schnabel der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" (Montag). Schnabel machte deutlich, dass nur der Europäische Gerichtshof (EuGH) zuständig für die EZB und ihr Handeln sei.

Marktbeobachter sprachen ansonsten von einer etwas freundlicheren Stimmung an den Finanzmärkten zum Wochenauftakt. Sie verwiesen auf Aussagen der chinesischen Notenbank, die in einem am Wochenende veröffentlichten Bericht weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Krise in Aussicht gestellt hatte. Nach den Aussagen machten Anleger einen Bogen um den japanischen Yen, der als vergleichsweise sichere Anlage gilt.