Devisen: Eurokurs fällt unter 1,16 Dollar - Zuspitzung im Katalonien-Konflikt

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Zuspitzung im Katalonien-Konflikt hat den Eurokurs am Freitag weiter unter Druck gebracht. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung in New York 1,1599 US-Dollar. Im frühen Handel hatte hatte der Euro noch gut einen halben Cent höher notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,1605 (Donnerstag: 1,1753) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8617 (0,8509) Euro.

Nachdem der spanische Senat mit großer Mehrheit eine Entmachtung der katalanischen Regionalregierung und andere Zwangsmaßnahmen gebilligt hatte, geht Ministerpräsident Mariano Rajoy mit harter Hand gegen die nach Unabhängigkeit strebende katalanische Führung vor. Er gab am Abend in Madrid die beschlossene Absetzung der katalanischen Regierung bekannt.

Zugespitzt hat sich die Krise auch deshalb, weil das katalanische Parlament unterdessen mehrheitlich für einen Prozess zur Gründung eines unabhängigen Staates gestimmt hat - ohne eine Frist für die Ausrufung der Unabhängigkeit festzulegen. Nicht nur der Euro wurde belastet, auch die spanischen Staatsanleihen gerieten unter Druck.

Der Euro knüpfte mit den Abgaben an seine schwache Vortagstendenz an. Auslöser war am Donnerstag die Entscheidung der EZB, die Geldschwemme zwar ab Anfang 2018 einzudämmen, zugleich aber die sehr lockere Grundlinie beizubehalten. Bei den Entscheidungen habe ganz die zeitliche Verlängerung der Käufe im Blick gestanden und nicht die Reduzierung der monatlichen Käufe, sagte Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank.