Devisen: Eurokurs fällt unter 1,09 US-Dollar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EU0009652759> hat am Dienstag an seine Vortagesverluste angeknüpft und ist unter 1,09 US-Dollar gefallen. Händler verweisen auf eine Verunsicherung vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Staatsanleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Vormittag mit 1,0887 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte er noch über 1,09 Dollar gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag noch auf 1,0942 Dollar festgesetzt.

Das Bundesverfassungsgericht verkündet um 10 Uhr sein Urteil. Zur Ankurbelung von Konjunktur und Inflation hat die EZB seit März 2015 rund 2,6 Billionen Euro in Staatsanleihen und andere Wertpapiere gesteckt. In Karlsruhe geht es um das mit Abstand größte Teilprogramm PSPP. Das Bundesverfassungsgericht könnte der Bundesbank bei den Käufen Grenzen setzen. "Eine solche Entscheidung würde die Risikoaufschläge der Peripherieländer steigen lassen und den Euro zusätzlich unter Druck setzen", erwartet Antje Praefcke, Devisenexpertin bei der Commerzbank.

Der US-Dollar hatte am Vortag zu vielen Währungen zugelegt. Der Konflikt zwischen den USA und China in der Corona-Krise sorgte für Verunsicherung. Die USA machen China für den Ausbruch des Virus verantwortlich. An den Märkten wird jetzt ein Wiederaufflammen des Handelskonfliktes befürchtet. Dies unterstützt den Dollar, der als Weltleitwährung gesucht wird.

Im weiteren Handelsverlauf könnten Wirtschaftsdaten aus den USA den Markt bewegen. So steht am Nachmittag mit dem Einkaufsmanagerindex ISM für den Dienstleistungssektor im April ein wichtiger Konjunkturindikator auf dem Kalender. Der Dienstleistungssektor wurde durch das Herunterfahren des öffentlichen Lebens besonders stark belastet.