Devisen: Eurokurs bleibt unter Druck

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Eurokurs hat am Freitag weiter unter Druck gestanden. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1623 US-Dollar. Im frühen Handel hatte sie noch etwas höher notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag noch auf 1,1753 Dollar festgesetzt.

Seit Donnerstagnachmittag hat der Euro um etwa zwei US-Cent nachgegeben. Auslöser war die Entscheidung der EZB, die ihre Geldschwemme ab Anfang 2018 zwar eindämmen will, zugleich aber ihre extrem lockere geldpolitische Grundlinie beibehält. Bei den Entscheidungen habe ganz die zeitliche Verlängerung der Käufe im Blick gestanden und nicht die Reduzierung der monatlichen Käufe, begründet Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank, die Kursverluste.

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte der sich zuspitzende Konflikt zwischen Madrid und Barcelona. Der spanische Senat ist am Freitag in Madrid zusammengetreten, um über Zwangsmaßnahmen gegen die nach Unabhängigkeit strebende katalanische Regionalregierung abzustimmen. Ministerpräsident Mariano Rajoy hat den Senat zur Entmachtung der nach Regionalregierung aufgefordert. In Barcelona ist das katalanische Parlament zusammengekommen. Die die Regionalregierung tragenden Parteien haben das Parlament aufgefordert, für die Unabhängigkeit der Region zu stimmen.

Hinzu kommt eine allgemeine Dollar-Stärke, die den Euro zusätzlich schwächt. Laut Karpowitz stützen die Spekulationen um die Nachfolge von US-Notenbankchefin Janet Yellen die US-Währung. Favorit an den Märkten sei jetzt der Ökonom John Taylor. Laut der von ihm entwickelten Taylor-Regel müssten die Leitzinsen derzeit deutlich höher sein.