Devisen: Eurokurs bleibt nach Bundestagswahl im US-Handel klar unter 1,19 Dollar

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Eurokurs ist am Montag vor dem Hintergrund einer voraussichtlich schwierigen Regierungsbildung nach der Bundestagswahl gefallen. Die Gemeinschaftswährung war bereits im europäischen Vormittagsgeschäft unter 1,19 US-Dollar gerutscht und blieb Im New Yorker Handel mit zuletzt 1,1845 Dollar deutlich darunter. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1867 (Freitag: 1,1961) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8427 (0,8361) Euro.

Am Markt wurden als Grund für die Entwicklung die hohen Verluste der Regierungsparteien Union und SPD genannt. Ebenso wurde auf den Einzug der Euro-kritischen AfD in den Bundestag verwiesen. Die CDU blieb die stärkste Kraft, die SPD will nun aber in die Opposition. Somit bliebe nur die sogenannte Jamaika-Koalition mit CDU/CSU, FDP und den Grünen. Experten erwarten eine schwierige Regierungsbildung in der größten Volkswirtschaft der Eurozone.

Nach Einschätzung des Devisenexperten Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank belastet die Aussicht auf eine Jamaika-Koalition den Eurokurs: "Mit der FDP wird in der nächsten Regierung voraussichtlich eine Partei vertreten sein, deren politisches Programm vom Markt als Euro-negativ interpretiert wird."

Ein enttäuschend ausgefallenes Ifo-Geschäftsklima hatte im europäischen Vormittagshandel ebenfalls Druck auf den Eurokurs ausgeübt. In den deutschen Unternehmen hatte sich die Stimmung im September zum zweiten Mal in Folge eingetrübt.