Devisen: Euro weitet Verluste aus und fällt auf 15-Monatstief

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> ist am Mittwoch auf einen 15-monatigen Tiefstand gesunken. Zum Mittag fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1529 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2020. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch auf 1,1602 Dollar festgesetzt.

Belastet wurde der Euro durch die trübe Stimmung an den Aktienmärkten. Die Stimmung wurde durch Inflationsängste belastet. Für Verunsicherung sorgen aber auch die finanzielle Schieflage des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande und der Streit um die Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA.

Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus Deutschland und der Eurozone sorgten für zusätzlichen Abwärtsdruck. Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie gingen im August wesentlich stärker zurück als erwartet. Das Bundeswirtschaftsministerium führte die Nachfrageschwäche auch auf geringere Großaufträge und die Lage von Betriebsferien zurück. Der Rücksetzer folgt zudem auf teils deutliche Zuwächse in den Monaten zuvor. Daneben sind in der Eurozone die Einzelhandelsumsätze im August weniger gestiegen als erwartet.

Der US-Dollar als Weltleitwährung legte zu fast allen wichtigen Währungen zu. Profitiert haben aber auch andere sichere Währungen wie der japanische Yen und der Schweizer Franken. Verluste mussten unter anderem der australische und der neuseeländische Dollar sowie das britische Pfund hinnehmen. Eine erste Zinsanhebung seit sieben Jahren half dem Neuseeland-Dollar nicht. Die Notenbank des Landes stemmt sich mit einer ersten Zinserhöhung seit dem Jahr 2014 gegen die erhöhte Inflation. Zudem stellte sie weitere Anhebungen in Aussicht. Ein Grund für den strafferen Kurs dürfte auch der heißlaufende Immobilienmarkt sein.

In den USA veröffentlicht am Nachmittag der Dienstleister ADP seine monatlichen Daten vom Arbeitsmarkt. Sie gelten als Hinweis auf den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht der Regierung, dem große Bedeutung für die kurzfristige Geldpolitik der US-Notenbank Fed zugeschrieben wird. Die Fed will bald ihre milliardenschweren Wertpapierkäufe, die zur Konjunkturstützung aufgelegt wurden, zurückfahren.

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