Devisen: Euro trotz Ifo-Rekord gesunken

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Montag trotz überraschend guter Stimmungsdaten aus Deutschland gesunken. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1183 US-Dollar gehandelt und damit etwas unter dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitag auf 1,1173 (Donnerstag: 1,1169) Dollar festgesetzt.

Das vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima erreichte überraschend erneut einen Höchststand seit der Deutschen Wiedervereinigung. Bankvolkswirte hatten dagegen mit einem leichten Rückgang gerechnet. Der Euro profitierte dennoch nicht, sondern gab nach der Veröffentlichung sogar nach.

Zuvor hatte die am Wochenende beschlossene Bankenrettung in Italien den Euro kalt gelassen. Italiens Regierung gab am Sonntag bekannt, Milliardenbeträge für den Teil-Verkauf der beiden kleineren regionalen Banken Banca Popolare di Vicenza und Banca Veneto an das zweitgrößte italienische Bankhaus Intesa Sanpaolo bereitzustellen. Die EU gab noch am Abend grünes Licht. Zuvor hatte die EZB mitgeteilt, dass die beiden relativ kleinen Banken aufgrund fauler Kredite keine Zukunftschancen hätten.

Italien gilt vielen Anlegern derzeit als größter Wackelkandidat im Euroraum - noch vor Griechenland. Neben den Problemen im Bankensektor stehen dabei aber vor allem politische Risiken im Vordergrund.

Im weiteren Tagesverlauf stehen noch Zahlen zu den Auftragseingängen in den USA zur Veröffentlichung an. Außerdem wird EZB-Chef Mario Draghi beim Abendempfang auf einer Konferenz der Notenbank im portugiesischen Sintra sprechen.