Devisen: Euro stoppt Höhenflug

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Höhenflug des Euro ist vorerst gestoppt. Nachdem der Kurs der Gemeinschaftswährung in der Nacht zum Mittwoch noch ein Dreijahreshoch bei 1,2323 US-Dollar erreicht hatte, fiel er am Nachmittag zeitweise unter 1,22 Dollar. Zuletzt wurde der Euro bei 1,2237 Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vortag. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2203 (Dienstag: 1,2230) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8195 (0,8177) Euro.

Marktbeobachter begründeten den Kursdämpfer mit jüngsten Aussagen aus den Reihen der EZB. Im Tagesverlauf hatten sich mehrere Notenbanker tendenziell besorgt über den jüngsten Höhenflug des Euro gezeigt.

EZB-Vizepräsident Vitor Constancio sagte der italienischen Zeitung "La Repubblica": "Plötzliche Kursbewegungen bereiten mir Sorgen, soweit sie keine Änderung der fundamentalen Lage widerspiegeln." EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny meinte, dass der Kursanstieg des Euro "nicht hilfreich" sei. Deutlicher wurde Frankreichs Notenbankchef und EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau: "Die jüngste Entwicklung des Wechselkurses ist eine Quelle der Unsicherheit, die es wegen ihrer möglichen dämpfenden Effekte auf die Importpreise zu beobachten gilt."

In der Nacht zum Mittwoch war der Kurs des Euro zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende 2014 gestiegen. Zum Teil ging dieser Anstieg auf einen durchweg schwächeren Dollar zurück. Zum Teil waren auch Spekulationen auf eine weniger lockere Geldpolitik durch die EZB ausschlaggebend. Am Nachmittag konnte ein überraschend starker Anstieg der Industrieproduktion in den USA keine nennenswerten Impulse für den Handel am Devisenmarkt liefern.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88568 (0,88860) britische Pfund, 135,21 (135,40) japanische Yen und 1,1774 (1,1795) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1335,65 (1333,85) Dollar gefixt.