Devisen: Euro steigt nach EZB-Sitzung über 1,20 US-Dollar

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Donnerstag nach geldpolitischen Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) über 1,20 US-Dollar gestiegen. Am Nachmittag kletterte die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich bis auf 1,2059 Dollar und lag zuletzt bei 1,2012 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1971 (Mittwoch: 1,1931) Dollar fest.

Die EZB hat ihre Leitzinsen unverändert gelassen. EZB-Chef Mario Draghi äußerte sich bei der anschließenden Pressekonferenz kritisch zur Aufwertung des Euro in jüngster Zeit. "Mit dem Hinweis, dass die erhöhte Volatilität des Euro in den letzten Wochen die Quelle von Unsicherheit sei, machte Draghi deutlich, dass die EZB vor allem die Wechselkurse im Auge behält und kein Interesse an einer weiteren Aufwertung des Euro hat", sagte Jan Holthusen, Experte bei der DZ Bank.

Zudem stellte Draghi für die kommende Zinssitzung im Oktober konkrete Entscheidungen zum weiteren Vorgehen bei den Wertpapierkäufen in Aussicht. Experten rechnen mit einer baldigen Verringerung der Käufe. Dafür spricht zum einen die robuste Euro-Wirtschaft. Zum anderen verweisen Ökonomen darauf, dass die EZB aufgrund selbst gesetzter Grenzen bei den Anleihekäufen inzwischen kaum noch Spielraum hat.

Unzufrieden sei man im EZB-Rat bislang noch mit der Teuerungsrate, sagte Draghi. Hier sei Geduld gefragt. Letztlich werde sich die Inflation dem angepeilten Ziel von knapp zwei Prozent annähern.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,91403 (0,91428) britische Pfund, 130,34 (129,92) japanische Yen und 1,1412 (1,1399) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1343,50 (1337,85) Dollar gefixt.