Devisen: Euro scheitert knapp an Dreijahreshoch

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Dienstag einen Teil seiner anfänglichen deutlichen Kursgewinne wieder abgegeben. Am Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,2030 Dollar gehandelt. Zwischenzeitlich war der Kurs bis auf 1,2081 Dollar gestiegen. Er war damit fast auf den höchsten Stand seit Anfang 2015 gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2065 (Freitag: 1,1993) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8288 (0,8338) Euro.

Während der amerikanische Dollar schon in den letzten Tagen des vergangenen Jahres unter Druck gestanden hatte, konnte der Euro beständig zulegen. Fachleute begründen die Entwicklung vor allem mit der robusten Konjunktur im Währungsraum und den guten Wachstumsaussichten für das neue Jahr.

Unterstützt wurde diese Einschätzung durch neue Konjunkturdaten aus der Eurozone. Der vom Institut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex war nach Zahlen vom Dienstag im Dezember auf den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1997 gestiegen. Der Indikator weist einen recht hohen Gleichlauf mit der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung auf. Der Aufschwung in der Industrie habe weiter an Fahrt gewonnen, kommentierte Chris Williamson, Chefökonom von Markit. Auch die Aussichten für das neue Jahr seien gut.

Gestützt wurde der Eurokurs auch durch jüngste Aussagen von EZB-Vertretern. Notenbank-Direktor Benoit Coeure hatte in einem Zeitungsinterview vom Wochenende signalisiert, dass das milliardenschwere Anleihekaufprogramm im Herbst 2018 auslaufen könnte und voraussichtlich nicht noch einmal verlängert werde.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88953 (0,88723) britische Pfund, 135,35 (135,01) japanische Yen und 1,1718 (1,1702) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1312,05 (Freitagvormittag: 1296,50) Dollar gefixt.