Devisen: Euro sackt zum US-Dollar auf Fünfjahrestief

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Mittwoch seine jüngsten Kursverluste ausgeweitet und ist zum US-Dollar auf das niedrigste Niveau seit fünf Jahren gesunken. Die Gemeinschaftswährung fiel zwischenzeitlich unter 1,06 Dollar und erreichte bei 1,0586 Dollar den tiefsten Stand seit 2017. Zuletzt notierte der Euro bei 1,0613 Dollar und damit etwas niedriger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,0674 Dollar festgesetzt.

Kurzfristig dürfte die US-Notenbank Fed dem Dollar weiter Rückenwind verschaffen, obschon der Markt bereits umfangreiche Zinserhöhungen in den USA zur Bekämpfung der hohen Inflation erwarte, schrieben die Analysten der Landesbank BayernLB. Zudem könnte die Unsicherheit um verschärfte Russland-Sanktionen und ihre Auswirkungen auf Europas Konjunktur den Euro weiterhin belasten.

Von den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs dürfte Europa nach Meinung vieler Fachleute stärker betroffen sein als die Vereinigten Staaten. Insofern blicken die Anleger am Devisenmarkt aktuell auch auf den Gasstreit zwischen Russland und Europa. So stellt der russische Staatskonzern Gazprom <US3682872078> seine Lieferungen nach Polen und Bulgarien ein. Hintergrund ist der Konflikt über die Zahlungsmodalitäten. Kremlchef Wladimir Putin hatte im März gefordert, dass westliche Staaten mit Wirkung zum 1. April Konten bei der Gazprombank eröffnen müssen, um Lieferungen zu bezahlen. Andernfalls würden sie für "unfreundliche" Länder eingestellt.

Indikatoren zur Verbraucherstimmung bewegten derweil den Euro kaum. Diese erreichte in Deutschland nach der zweiten Verschlechterung in Folge ein historisches Tief, wie Daten des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK zeigten. "Die Hoffnungen auf eine Erholung als Folge der Lockerungen pandemiebedingter Beschränkungen haben sich endgültig zerschlagen", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Auch die Stimmung der französischen Verbraucher verschlechterte sich weiter. Für Belastung dürften derzeit vor allem der Ukraine-Krieg und die hohe Inflation sorgen. Von den großen Notenbanken will sich im Tagesverlauf EZB-Präsidentin Christine Lagarde zu Wort melden.

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