Devisen: Euro legt etwas zu - Signale für EZB-Zinserhöhung im Juli

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Donnerstag an seine jüngsten Kursgewinne angeknüpft. Signale der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine Zinserhöhung im Juli hatten die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich über 1,09 US-Dollar getrieben. Der Euro erreichte bei 1,0936 Dollar den höchsten Stand seit Montag letzter Woche und notiert zuletzt wieder etwas tiefer bei 1,0871 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0887 (Mittwoch: 1,0830) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9185 (0,9234) Euro.

In der Eurozone könnte eine erste Zinserhöhung im Kampf gegen die hohe Inflation früher als bisher gedacht erfolgen. Aus den Reihen der EZB kommen zahlreiche Signale für einen Zinsschritt im Sommer. "Ich sehe keinen Grund, warum wir unser Programm zum Kauf von Vermögenswerten nicht im Juli auslaufen lassen sollten", sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Aus heutiger Sicht sei dann auch eine Zinserhöhung im Juli möglich. Andere Ratsmitglieder äußerten sich ähnlich.

Ausschlaggebend für die Signale auf eine Zinserhöhung im Sommer dürfte die hohe Inflation im gemeinsamen Währungsraum sein. Im März stieg die Inflationsrate mit 7,4 Prozent auf den höchsten Stand seit der Euro-Einführung. Die Teuerung liegt damit viel höher als das von der EZB angepeilte Inflationsziel. Die Notenbank strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent an.

"Die jüngsten Äußerungen aus dem EZB-Tower haben dazu geführt, dass sich die marktseitigen Zinserhöhungsfantasien wieder deutlich belebt haben", schrieb Analyst Christian Reicherter von der DZ Bank. Der Experte hegt allerdings Zweifel, inwieweit eine solch entschlossene Gangart im EZB-Rat konsensfähig ist.

Für eine eher behutsamere Adjustierung des geldpolitischen Kurses spricht nach Ansicht von Reicherter, dass mit EZB-Chefin Christine Lagarde und Chefvolkswirt Philip Lane zwei geldpolitische Schwergewichte weiterhin eindeutig dem Taubenlager zuzurechnen seien. Im Gegensatz zu den sogenannten Falken plädieren die Tauben für ein eher behutsames Vorgehen in der Geldpolitik. Ein Kompromiss unter den Notenbank-Vertretern könnte laut dem DZ-Bank-Analysten darin bestehen, dass die Leitzinswende früher als bislang avisiert angegangen wird, aber die weiteren Zinserhöhungsschritte graduell erfolgen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83523 (0,82965) britische Pfund, 139,61 (138,53) japanische Yen und 1,0335 (1,0254) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold kostete am Nachmittag in London 1945 Dollar. Das waren 13 Dollar weniger als am Mittwoch.

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